Caritas fordert Stärkung der Sozialbetreuung

Alltagsbegleitung für Menschen etwa mit Behinderung
Im Vorfeld des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai hat die Caritas am Montag Forderungen präsentiert. Die Berufsgruppe der Sozialbetreuerinnen und -betreuer sei ein wesentlicher Schlüssel zur Überwindung der Pflegekrise, erklärte Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler in einem Pressegespräch. Im Zuge der jüngsten Pflegereform sei diese zu wenig berücksichtigt und nicht voll integriert worden. Bund und Länder müssten hier mehr - finanzielles - Engagement zeigen.

"Pflege und Sozialbetreuung müssen gleichermaßen als die Säulen behandelt werden, die sie sind", unterstrich Tödtling-Musenbichler. Sozialbetreuer begleiten Menschen, die aufgrund einschränkender Lebensbedingungen nicht im vollen Maß am Leben teilhaben können, also etwa Menschen mit Behinderung, Ältere oder Familien in herausfordernden Zeiten. Es geht dabei weniger um Pflege selbst, als darum, den Umgang mit den Herausforderungen des Altgas zu lernen.

Die Caritas bildet aktuell 3.500 Auszubildende an 13 Standorten in sechs Bundesländern aus. Es brauche noch mehr Ausbildungsplätze, die Schulen seien aber nicht in der Infrastrukturförderung des Bundes berücksichtigt, heißt es seitens der Caritas. In manchen Ländern werde der Schulbeitrag finanziert, in anderen nicht, hier täte eine Vereinheitlichung Not. Nicht zuletzt müsse der Bedarf nach Sozialbetreuung aber auch in die Pflegeschlüssel der Länder einfließen, sagte Kärntens Caritasdirektor Ernst Sandriesser.

Die insgesamt dreijährige Ausbildung kostet allein in den ersten vier Semestern 3.700 Euro; wer sie macht, arbeitet Teilzeit in der Praxis, berichteten die kurz vor Abschluss stehenden Studierenden Ulli Erben und Thorsten Auer. Die Theorie wurde bei ihnen auf zwei Tage pro Woche gebündelt. Beide berichteten von einer erfüllenden Aufgabe, aber auch von schwierigen Situationen aufgrund des Personalmangels. Genau deswegen sei ein höherer Personalschlüssel so wichtig, betonte Sandriesser.

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