APA - Austria Presse Agentur

China fordert US-Zollrücknahmen im Gegenzug für Mais-Käufe

Bei den neuen Gesprächen zur Beilegung des Handelsstreits wird China Insidern zufolge anbieten, künftig mehr US-Agrarprodukte wie Mais, Sojabohnen und Weizen zu kaufen. Im Gegenzug müssten die USA aber einige der bestehenden und geplanten Sonderzölle auf chinesische Produkte zurücknehmen, sagten mehrere mit dem Vorhaben vertraute US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Es werde erwartet, dass China die USA auffordern werde, Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 156 Milliarden Dollar (140 Mrd. Euro) nicht wie geplant mit 15. Dezember in Kraft zu setzen, sagten zwei US-Insider. Diese Zölle würden vor allem Produkte wie Smartphones, Laptops und Spielzeug treffen. Zudem wolle Peking erreichen, dass die USA ihre seit Anfang September eingeführten Sonderzölle von 15 Prozent auf bestimmte chinesische Waren im Volumen von 125 Milliarden Dollar zurücknehmen. Peking wiederum würde nach Angaben eines chinesischen Insiders einige Produkte der US-Landwirtschaft von Sonderzöllen ausnehmen. Dabei sei auch geplant, dass bereits entrichtete Zölle für die Produkte zurückerstattet werden.

Strittig sei auch, wie umfangreich die Käufe von US-Agrarprodukten durch China künftig sein sollen, zu denen sich Peking verpflichten will. Trump hat hier ein Volumen von 40 bis 50 Mrd. Dollar pro Jahr gefordert. Das wäre deutlich mehr als die 19,5 Mrd. Dollar, für die China 2017 US-Produkte aus der Landwirtschaft eingekauft hatte. Einer der Insider sagte, China werde wohl anbieten, sich zunächst zu Käufen im Volumen von jährlich etwa 20 Mrd. Dollar zu verpflichten. Die Summe könne dann ansteigen. China wolle sich bei den Käufen aber an Marktbedingungen und Markt-Preisen orientieren.

In dem seit 16 Monaten andauernden Streit wollen der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He am Freitag miteinander telefonieren. Beide Seiten arbeiten an einem gemeinsamen Text für eine "Phase 1" genannte Vereinbarung zur Lösung des Konflikts, den US-Präsident Donald Trump am 11. Oktober ins Gespräch gebracht hatte. Geplant ist, dass Trump und sein chinesischer Kollege Xi Jinping das Abkommen im November bei einem Gipfel in Chile unterzeichnen.

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