"Conquering": Employed To Serve mit positivem Spin

Der Metal-Fan kann sich über das neue Employed-to-serve-Album freuen
Es ist eigentlich nicht die typische Musik, die man sich für sonnige Stunden vorstellt: Wenn die britische Metalband Employed To Serve auf der Bühne steht, werden messerscharfe Riffs serviert und sorgt ein aggressives Rhythmusgespann aus Bass und Schlagzeug für ordentlich Druck. Dennoch hat sich die Band um Shouterin Justine Jones einen "positiven Spin" verpasst. Kommende Woche erscheint eine erweiterte Version ihres jüngsten Albums "Conquering".

Den metallisch gefärbten Hardcore vom Vorgängeralbum "Eternal Forward Motion" hat man für den im Herbst 2021 erstmals erschienen Output noch mal deutlich in Richtung klassischen Metal verschoben. Bei beiden Platten war das Quintett insofern Opfer der Coronapandemie, als das Touren kaum bis gar nicht möglich war. Und trotzdem: "Nach dieser schweren Zeit wollten wir einfach ein positives Album abliefern, das sich die Leute anhören können, wenn sie einen schlechten Tag haben", sagte Jones im APA-Interview. Dementsprechend sei "Conquering" zwar hart, aber nicht trostlos ausgefallen.

"Bei dieser Art von Musik gibt es ja immer das Risiko, dass du dich zu sehr auf schwere Themen konzentrierst", pflichtete ihr Gitarrist und Sänger Sammy Urwin bei. "Dann beleuchtest du die eher dunklen Zeiten. Aber wenn du die ganze Zeit nur darüber sprichst, zieht dich das irgendwann runter. Also wollten wir einfach wichtige, universelle Themen anpacken, aber mit einem positiven Spin. Das können wir alle nach dieser schlimmen Zeit wirklich brauchen." Was insofern passt, als gerade das Livespielen für die Gruppe wie eine Art Therapie sei. "Da kannst du alles rauslassen", nickte Jones. "Und so können wir eine Verbindung zu unseren Fans aufbauen."

Die wurden in Wien etwa vergangenen Sommer Zeugen der durchwegs gelungenen Neuausrichtung der Band, als man gemeinsam mit Gojira und Alien Weaponry (die Neuseeländer sind auf der neuen Albumversion beim Track "Sun Up To Sun Down" vertreten) die Bühne im Wiener Gasometer rockte. "Nicht zuletzt seit unser neuer Schlagzeuger Casey (McHale, Anm.) dabei ist, haben sich für uns einige Türen geöffnet", so Urwin. "Sein Spiel gab uns die Möglichkeit, Riffs zu schreiben, die sich mehr am traditionellen Metalsound orientieren. Wobei unsere größte Angst war, ein klischeehaftes Album abzuliefern. Dinge, die uns bisher als Band ausmachten, wollten wir daher nicht gänzlich über Bord werfen. Vor allem aber sollte die Musik für uns spannend und eine Herausforderung bleiben."

Mitten in der Pandemie ein neues Album vorzulegen und es dann kaum live vorstellen zu können, sei für die Gruppe hart gewesen. "Deswegen wollen wir jetzt auch noch das Maximale rausholen, weil wir wirklich stolz auf diese Platte sind", unterstrich Urwin. Wie war es aber, nach Monaten des Nichtstuns ("Irgendwann hast du alles auf Netflix gesehen", meinte Jones lachend) wieder in den Sattel und damit auf die Bühne zu steigen? "Wir waren anfangs verdammt nervös", schmunzelte Urwin. "Aber das musst du überwinden und einfach Vollgas geben." Jones ergänzte: "Vorher fühlten wir uns manchmal wie in einem Hamsterrad, weil dein Tourplan oft ein Jahr im Voraus feststeht. Aber letztlich war es eine Bestätigung, dass wir das Richtige machen. Wir haben es einfach verdammt vermisst."

(Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA)

(S E R V I C E - www.employedtoserve.com)

Kommentare