APA - Austria Presse Agentur

Dealer "dokumentierte" in Steiermark Deals und andere Taten

Steirische Polizisten haben einen dokumentationsfreudigen Dealer (21) erwischt. Der Mann hatte im Bezirk Südoststeiermark größere Mengen an Drogen überwiegend an Minderjährige verkauft. Dazu legte er auf seinem Handy ein "Video-Tagebuch" von Drogenpartys, Körperverletzungen und Autoraserei von sich und Komplizen an. Auch fand sich ein Video, auf dem Verdächtige gerade aus den Reifen eines Streifenwagens die Luft auslassen, so die Landespolizeidirektion am Dienstag.

Polizisten der Inspektion Halbenrain hatten den gebürtigen Rumänen bereits im September des Vorjahres geschnappt. Die Auswertung seines Mobiltelefons brachte jede Menge Beifang. Der 21-Jährige hatte freundlicherweise zahlreiche Straftaten gefilmt und gespeichert. Mehr als 200 Anzeigen waren die Folge, rund 30 Tatverdächtige wurden ausgeforscht. Der einschlägig polizeilich bekannte Mann war im Verdacht gestanden, größere Mengen an Kokain, Ketamin, Ecstasy und Marihuana überwiegend an Minderjährige im Bezirk verkauft zu haben. Die Ermittlungen führten zu einer Hausdurchsuchung sowie zu seiner vorübergehenden Festnahme. Dabei wurde das Mobiltelefon sowie ein Tablet konfisziert.

Die Endgeräte erwiesen sich laut einem Polizeisprecher als "wahre Goldgrube": Hunderte Videos von teils sogar mehrtägigen "Suchtgiftpartys" wurden ausgewertet. In einem Fall endete der exzessive Drogenkonsum für einen Beteiligten sogar im Krankenhaus. Alleine die Dokus über die Drogenvergehen führten zu mehr als 25 Tatverdächtigen.

Gefilmt worden waren auch Körperverletzungen, Nötigungen und Gefährdungsdelikte - darunter eine Gewalttat, bei der einem Opfer ein Zahn ausgeschlagen worden war. Auf großes Interesse stieß bei den Beamten der Inspektion Halbenrain eine Aufnahme aus Feldbach. Hier war zu sehen, wie Verdächtige über eine Minute lang Luft aus Reifen eines Polizeiautos ließen, während die Streifenbeamten eine Veranstaltung überwachten.

Auch beim Autorasen hatte sich der junge Mann verewigt: Rund 70 Aufnahmen zeigten u. a., wie sich der 21-Jährige selbst in offenbar beeinträchtigtem Zustand beim Lenken von desolaten Kfz filmte, obwohl er keinen Führerschein hat. Der war ihm bereits davor entzogen worden. Polizisten forschten acht weitere Personen aus, die mit bis zu 140 km/h in 30er Zonen, mit 120 km/h durchs Ortsgebiet oder mit 230 km/h über Autobahnen rasten, während sie Suchtmittel und Alkohol konsumierten.

Die insgesamt etwa 30 Verdächtigen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren gestanden angesichts der Videoaufnahmen großteils ihre Taten. Sie wurden angezeigt.