Der "Terminator" is back: Kultfilm-Parodie im Theater

Der "Terminator" macht den Alsergrund unsicher
Wir schreiben "wahrscheinlich" das Jahr 2024. Seit 27 Jahren haben sich Sarah Connor und ihr Sohn John aus Schutz vor dem "atomaren Feuer" in eine Höhle zurückgezogen. Die Zeit scheint stillzustehen. Da gelingt es, dem kaputten Maschinenmenschen ein Reset zu verpassen. Manches kommt in Bewegung. "Terminator - Judgement Play" heißt die Komödie, die Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer aus dem Kultfilm gemacht haben. Am Donnerstag war im Bronski & Grünberg Theater Premiere.

In dem kleinen Theater in Wien-Alsergrund hat das Schauspielerpaar im Vorjahr mit einer Parodie von "Das Boot" ihr erfolgreiches Debüt als Regie-Duo abgeliefert. Nun haben sich die beiden James Camerons Science-Fiction-Klassiker aus 1984 vorgenommen. Angesichts der Aktualität der Debatte um die Gefahren des zunehmenden Einsatzes von KI eine vielversprechende Idee. Bis jedoch künstliche Intelligenz und menschliche Dummheit zum Endkampf antreten, vergehen 80 Minuten, die ganz schön lang werden können.

Ziemlich lange dürfen Johanna Orsini und Gerhard Kasal als Mutter und Sohn die Fadesse zelebrieren, die in einer engen Behausung, die mehr einem Obdachlosen-Unterstand als einem Atombunker ähnelt, seit vielen Jahren herrscht. Einzige Abwechslung bieten gemeinsame Erinnerungen am Lagerfeuer und Besuche des herbeitelefonierten Essenslieferanten Heinz (nicht nur schnell wie der Blitz, sondern auch gelenkig wie eine Gummipuppe: Lukas Strasser), der immer wieder aufs Neue warnt: Draußen ist alles verstrahlt! Drinnen bleiben und abwarten!

Erst als John trotz seiner 80er-Jahr-Computerausstattung, die samt den typischen Begleitgeräuschen schon alleine für Lacher sorgt, den verräumten Schrotthaufen T-800 wieder zum Funktionieren bringt, nimmt der Abend Fahrt auf. Johannes Zirner nützt seine Chance, als Terminator in Arnold Schwarzeneggers Fußstapfen treten zu dürfen, mit großer Spielfreude und eingestreutem steirischen Akzent. Und auch der aus dem Internet bekannte ultimative Robotertest ("Wie viele Ampeln sehen Sie?"), den der Fahrradbote nicht besteht (denn er entpuppt sich als der böse T-1000), sorgt für Lacher.

Dass sich das Schicksal der Menschheit noch nicht endgültig entschieden hat und der Kampf zwischen Gut und Böse, Mensch und Maschine erneut unentschieden ausgeht, daran ändert freilich auch der gespenstische Auftritt von Kimberly Schlüter als Dea ex machina nichts. Mensch oder Maschine? Die Sache geht in die Verlängerung. He'll be back.

(Von Wolfgang Huber-Lang/APA)

(S E R V I C E - "Terminator - Judgement Play", Regie und Fassung: Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer, Bühne und Kostüm: Sabine Ebner, Musik: Bernhard Moshammer. Mit Johannes Zirner, Johanna Orsini, Gerhard Kasal, Lukas Strasser, Kimberly Schlüter; Bronski & Grünberg Theater, Wien 9, Müllnergasse 2, Weitere Vorstellungen: 13., 15., 24., 25. Mai, 1., 2. Juni. www.bronski-gruenberg.at )

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