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Die WHO nimmt Transsexualität von der Liste der Erkrankungen

Bereits letzten Sommer wurde der Schritt angekündigt: Die WHO stuft Trans*-Personen nicht länger als psychisch krank ein.

Die World Health Organization setzt das um, was bereits im vergangenen Jahr angekündigt wurde: Die neue Revision der internationalen statis­tischen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) wird Transsexualität nicht länger als psychische Störung auflisten. Das hat die Weltgesundheitsversammlung am Wochenende in Genf beschlossen. Die neue Version soll 2022 in Kraft treten.

SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner betont dazu in einer Aussendung: "Im Mai 1990 hat die WHO Homo- und Bisexualität als Krankheit gelöscht. 29 Jahre später folgte die UNO-Gesundheitsorganisation am Samstag diesem Weg und betrachtet Trans*-Personen künftig nicht mehr als erkrankt. Damit kommen die WHO und ihre 194 Mitgliedsstaaten einer langjährigen und dringend notwendigen Forderung nach."

Der historische Beschluss wird von Trans-InteressenvertreterInnen auf der ganzen Welt gefeiert. Graeme Reid von Human Rights Watch glaubt, die Entscheidung werde eine "befreiende Wirkung auf Transgender-Menschen weltweit" haben.

Für die SoHo steht aber fest, dass die Streichung von Transgender aus dem WHO-Krankheitskatalog ICD nur der Anfang sein kann. Die Entpathologisierung von Trans*-Personen gilt bisher nur für Erwachsene, Kinder werden noch immer als erkrankt betrachtet. Außerdem bleibt Intergeschlechtlichkeit vorläufig weiter eine "Störung".

Die ICD gilt als weltweit wichtigster Katalog von Diagnosen zu Zuständen, Verletzungen und Krankheiten und erfasst rund 55.000 Klassifikationen. Die aktuelle Fassung Iistet "Transsexualismus" bislang im Bereich "mental and behavioural disorder", ab 2022 soll stattdessen von "Gender Incongruence" die Rede sein, also von "geschlechtlicher Nicht-Übereinstimmung".

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