APA - Austria Presse Agentur

Dutzende Tote nach neuen Kämpfen in Berg-Karabach

Bei den Kämpfen im Südkaukasus zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan ist die Zahl der Toten in der Unruheregion Berg-Karabach nach offiziellen Angaben auf mehr als 150 gestiegen. Bei Gefechten gegen die aserbaidschanische Armee seien zuletzt 54 Soldaten aus den eigenen Reihen gestorben, teilten die Behörden in Berg-Karabach der armenischen Agentur Armenpress zufolge am Freitag mit. Zudem sollen viele Menschen verletzt worden sein.

Es ist die schwerste Gewalteskalation in der Region seit Jahrzehnten. Das Militär in Aserbaidschan sprach am Freitag von schwerem Artilleriefeuer in einigen Dörfern auf seinem Staatsgebiet. Dabei sollen Zivilisten getötet und verletzt worden sein. Genaue Angaben dazu gab es zunächst nicht. Aserbaidschan zählte zuletzt nach eigenen Angaben 19 tote Zivilisten und 55 Verletzte.

Seit Sonntag liefern sich die beiden verfeindeten Staaten schwere Gefechte entlang der Demarkationslinie. Diese gehen weit über die Scharmützel hinaus, die es immer wieder in der Region gab.

Der Konflikt zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken läuft bereits seit Jahrzehnten. Berg-Karabach, wo rund 145.000 Menschen leben, wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute vorwiegend von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eigentlich eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Russland, Frankreich und die USA vermitteln mit der sogenannten OSZE-Minsk-Gruppe in dem Konflikt. Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.