APA - Austria Presse Agentur

Einigung auf Waffenruhe in Libyen während Opferfest

Die Konfliktparteien in Libyen haben sich unter UNO-Vermittlung auf eine Waffenruhe während des muslimischen Opferfests geeinigt. Bei einem Anschlag auf einen UN-Fahrzeugkonvoi am Samstag in Benghazi wurden unterdessen drei UN-Mitarbeiter getötet. Etwa ein Dutzend Menschen wurden bei der Explosion vor einer Bank verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war der Anschlag gegen einen UN-Konvoi gerichtet.

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini verurteilten den Angriff. Voriges Jahr waren bei einem Doppelanschlag nahe einer Moschee in Benghazi 33 Menschen getötet worden.

Die selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) erklärte, der Waffenruhe von Samstag bis Montag zugestimmt zu haben. Nach einem Bericht der Nachrichtenseite "Africa Gate" erklärte LNA-Sprecher Ahmed Al-Mismari, dass die Truppen die Waffenruhe seit 15 Uhr am Samstag eingehalten hätten. Auf Bedrohungen werde man aber reagieren.

LNA-Kommandant Khalifa Haftar hatte im April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis angeordnet. Dort sitzt die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung des Landes. Auch diese hatte erklärt, die "humanitäre" Waffenruhe einhalten zu wollen. Das viertägige Opferfest Eid al-Adha beginnt in Libyen und den meisten muslimischen Ländern am Sonntag.

Im ölreichen Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos, zahlreiche Milizen kämpfen um Einfluss. Haftar beherrscht weite Gebiete des Landes und versucht mit der LNA, die Kontrolle über ganze Libyen zu gewinnen.

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