Erneuerbare Energie und Aktivismus bebildern Klimakrise

Erneuerbare Energiequellen stehen hoch im Kurs bei Klimakrisenbildern
Die Klimakrise ist seit mehreren Jahren hochpräsent in den österreichischen Medien. Die Bebilderung fällt angesichts des komplexen wie teils abstrakten Themas nicht immer leicht. Eine Analyse des Medienbeobachters und PR-Dienstleisters APA-Comm zeigt, dass die Klimakrise vielfältig dargestellt wird, wobei Bilder zu erneuerbarer Energie an der Spitze der Motivpalette liegen. Meist sind keine Menschen im Bild, wenn aber doch, dann häufiger in aktiver Rolle als passiver.

APA-Comm untersuchte im Rahmen einer visuellen Inhaltsanalyse insgesamt 300 zufällig ausgewählte Bilder aus im Vorjahr veröffentlichten Beiträgen in Tageszeitungen, Magazinen und auf ORF.at zum Thema Klima. Es zeigte sich mit Blick auf die Motive, dass erneuerbare Energie mit 55 Bildern (18,3 Prozent) am häufigsten zur Bebilderung herangezogen wurde. Nach der Kategorie "Sonstige" (47 Fälle) folgten Bilder von Aktivismus im Form von Straßenblockaden (23 Fälle), der Natur (22), der Land- und Forstwirtschaft (20), dem Verkehr (17) oder etwa Emissionen, Naturkatastrophen, Tieren und trockenen Böden (jeweils 12).

In 36 Prozent der Fälle wurde die Bildsprache als neutral eingestuft. 34 Prozent der Bilder fielen unter "Lösung" und zeigten etwa Demonstrationen, Straßenblockaden, technologiebasierte Lösungen oder auch Verhaltensänderungen. Der Rest (30 Prozent) fiel unter "Herausforderung". Zu dieser Kategorie wurden etwa Bilder von brennenden Wäldern, Emissionen einer Fabrik, trockene Böden und Skipisten mit kaum Schnee gezählt.

In der Mehrzahl der Fälle waren keine Menschen im Bild (54 Prozent). Wenn aber doch, dann häufiger aktiv (25 Prozent) als passiv (21 Prozent) dargestellt. Die Bilder mit aktiven Menschen darauf waren häufig lösungsorientiert.

Die APA - Austria Presse Agentur entwirft derzeit eine innovative und adäquate Bildsprache für den Themenbereich Klima - aber auch zum schwer zu bebildernden Thema Künstliche Intelligenz (KI). Bis Jänner 2025 sollen 20 Bildstrecken entstehen. Manche sind bereits abrufbar - etwa zu den Themenbereichen Wald/Forstwirtschaft/Bäume und Künstliche Intelligenz/Neuronale Netze.

Die Klimakrise ist speziell seit 2019 stark in Österreichs Tageszeitungen vertreten. Wie eine Stichwortsuche der APA-Comm zu Klimawandel und verwandten Begriffen zeigt, explodierte die Zahl der Beiträge von 2018 (7.565 Beiträge) auf 2019 (21.362 Beiträge) förmlich. Damals besuchte Klimaaktivistin Greta Thunberg nicht nur diverse Klimagipfel, um den Mächtigen dieser Welt ins Gewissen zu reden. Auch die "Fridays For Future"-Bewegung startete in Österreich durch, und das Europäische Parlament rief den Klimanotstand aus. Mit Beginn der Coronapandemie kam es zu einem Rückgang (2020: 14.418 Beiträge), auf den aber wieder ein Anstieg folgte. So ergab die Stichwortsuche für 2023 18.536 Beiträge und damit mehr als noch 2022 (17.481 Beiträge).

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