APA - Austria Presse Agentur

Erster Eiswein im Nordburgenland geerntet

Die frostigen Temperaturen haben Dienstagfrüh im Nordburgenland die erste Eisweinernte ermöglicht. Bei minus 8,5 Grad konnte das Weingut Angerhof Tschida aus Illmitz (Bezirk Neusiedl am See) um 6.00 Uhr Eiswein der Sorte Gelber Muskateller lesen, teilte die Landwirtschaftskammer Burgenland am Dienstag in einer Aussendung mit.

"Es war die erste Möglichkeit und wir haben sie gleich erwischt", sagte Winzer Hans Tschida im Gespräch mit der APA. Die Trauben seien aufgrund der niedrigen Temperaturen "schön gefroren" gewesen, auch die Qualität habe "sehr gut ausgeschaut". Er sei zuversichtlich, dass der Eiswein eine gute Qualität haben werde.

"Ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich gerne schon früher gelesen hätte", sagte Tschida. Generell werde die Eisweinernte immer schwieriger. Das bestätigt auch Verena Klöckl, Weinbauberaterin bei der burgenländischen Landwirtschaftskammer, im Gespräch mit der APA. "Es wird zunehmend schwieriger, Eiswein zu produzieren, weil die Temperatur nicht mehr häufig so stark absinkt", betonte sie.

Immerhin muss Eiswein aus Weintrauben hergestellt werden, die bei der Lese und der Kelterung bei mindestens minus sieben Grad gefroren sind und deren Saft ein Mostgewicht von mindestens 25 Grad Klosterneuburger Mostwaage (KMW) aufweist. Auch in der Nacht auf Dienstag seien die notwendigen Minusgrade nur in speziellen Lagen erreicht worden, berichtete Klöckl.

In den nächsten Tagen solle es laut Vorhersagen nicht kalt genug werden. Hans Tschida hofft auf eine mögliche weitere Ernte Mitte Jänner. Dann solle es laut Wetterbericht noch einmal frostig werden.

In den vergangenen Jahren ist die Eisweinernte im Burgenland nicht immer einfach gewesen. Aus seiner Erfahrung schätze er, dass etwa alle drei Jahre ein gutes Eiswein-Jahr sei, sagte Tschida. 2017 habe man gar keinen Eiswein ernten können. 2016 sei es ausreichend kalt gewesen, dafür habe es keine Trauben gegeben, da diese durch Spätfrost im Frühjahr beschädigt worden seien. 2015 und 2012 seien dafür sehr gute Jahre für den Eiswein gewesen, so Tschida.

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