Erster Patient mit Schweineniere-Transplantat gestorben

Keine Hinweise auf Zusammenhang mit Transplantation
Der erste Patient, dem eine Schweineniere eingesetzt wurde, ist verstorben.

Das behandelnde Krankenhaus Massachusetts General in Boston in den USA teilte am Samstagabend mit, das Personal sei tief bestürzt über den plötzlichen Tod von Rick Slayman. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sein Tod im Zusammenhang mit der Transplantation von Ende März stehe. Zur Todesursache machte das Krankenhaus keine Angaben.

Genetisch veränderte Schweineniere 

Slayman hatte als erster Mensch weltweit in einer vierstündigen Operation eine genetisch veränderte Schweineniere eingesetzt bekommen. Der 62-jährige Dialysepatient litt an einer Nierenerkrankung im fortgeschrittenen Stadium. 2018 hatte er eine menschliche Spenderniere bekommen, die aber im vergangenen Jahr versagte.

"Herr Slayman wird für unzählige Transplantations-Patienten weltweit immer als ein Leuchtfeuer der Hoffnung angesehen werden. Wir sind zutiefst dankbar für sein Vertrauen und seine Bereitschaft, das Gebiet der Xenotransplantation voranzubringen", schrieb das Krankenhaus in seiner Mitteilung.

Mangel an menschlichen Spenderorganen

Wegen des Mangels an menschlichen Spenderorganen setzt die medizinische Forschung zunehmend auf Organe von Tieren. Der Forschungszweig wird als Xenotransplantation bezeichnet, womit generell die Transplantation von Organen einer Spezies zu einer anderen Spezies gemeint ist. Der Schweineniere für Slayman hatte ein Biotechnologie-Labor vor der Transplantation Schweinegene entfernt, die für den Menschen schädlich sein können, und bestimmte menschliche Gene hinzugefügt.

Der Mangel an Spenderorganen ist weltweit ein Problem. Allein am MGH stehen der Klinik zufolge mehr als 1.400 Menschen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation, landesweit sind es knapp 90.000. Mediziner in den USA hatten seit 2022 auch weltweit erstmals zwei Patienten genetisch veränderte Herzen von Schweinen eingepflanzt. Beide Patienten starben jedoch innerhalb von zwei Monaten nach der Operation.

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