EU betont Solidarität in Gesundheitskrise im Ukraine-Krieg

Kyriakides: Bedürfnisse für Hilfe ändern sich von Tag zu Tag
Der Krieg in der Ukraine ist auch eine Gesundheitskrise für die dortige Bevölkerung.

Das Gesundheitssystem der Ukraine werde zerstört und Spitäler beschossen, betonte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Dienstag beim European Health Forum Gastein (EHFG). "Die EU-Mitgliedsstaaten unterstützen die Ukraine wie nie zuvor gesehen", sagte die Spitzenpolitikerin. Auch Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) und ihr lettischer Amtskollege betonten die Solidarität der EU.

Kyriakides sprach von einer "sehr brutalen und illegalen Invasion von Russland in der Ukraine". So lange der Krieg andauere, würden sich die Bedürfnisse für Hilfe von Tag zu Tag ändern. Die Gesundheitskommissarin verwies auf Medikamentenlieferungen in das Krisengebiet und die Transferierung von Patienten aus der Ukraine in EU-Mitgliedsstaaten. Die EU unterstütze zudem Programme zur mentalen Gesundheit für betroffene Ukrainerinnen und Ukrainer.

Fast ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung musste seit Beginn des Krieges vor sieben Monaten auf Dauer oder zumindest vorübergehend ihren Heimatort verlassen, sagte der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Liaschko in einer aufgezeichneten Videobotschaft an das EHFG. Sein Land habe auch Unterstützung in Form von mobilen Spitälern und medizinischen Helfern aus dem Ausland bekommen. "Gesundheitsthemen machen nicht an den Grenzen halt, das hat die Covid-19-Pandemie gezeigt und der Krieg in der Ukraine bestätigt", sagte er.

"Es ist unsere Pflicht, der Ukraine zu helfen, diesen Krieg auf jeder Ebene zu gewinnen", betonte der per Live-Video zugeschaltete lettische Gesundheitsminister Daniels Pavluts. Lettland habe schon lange vor seinem Nachbarn Russland gewarnt und der Krieg gegen die Ukraine habe eigentlich schon früher begonnen als vor sieben Monaten, erläuterte er die langjährige Bedrohungslage. Neben der Unterstützung für die Ukraine "wie lange auch immer es dauert", sieht Pavluts für Europa eine weitere Priorität darin, "gut durch den Winter zu kommen".

Der russische Machthaber Wladimir Putin setze die "Gasversorgung als Waffe" ein, sagte Gewessler ebenfalls per Livestream. "Die Lösung ist erneuerbare Energie und Unabhängigkeit so viel wie möglich - Solarpanel für Solarpanel, Wärmepumpe für Wärmepumpe und Windpark für Windpark", betonte die Klima- und Energieministerin. Österreich sei sehr abhängig von Russlands fossilen Energiequellen, erlebe aber 2022 ein Rekordjahr für die Installierung von erneuerbarer Energie.

Das EHFG 2022 versammelt im Salzburger Bad Hofgastein (Pongau) und online rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Regierungen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie. Zum 25-Jahr-Jubiläum der Veranstaltung stehen Diskussionen zur Umsetzung einer "Europäischen Gesundheitsunion" sowie die Dauerkrise aus Pandemie, Klimawandel und Krieg und deren gesundheitliche Auswirkungen im Fokus der vier Kongresstage bis Donnerstag.

(S E R V I C E - www.ehfg.org)

Kommentare