EU-Wahl Tirol: ÖVP mit sattem Minus, aber vor FPÖ

Am Sonntag wählte Österreich seine EU-Abgeordneten neu
Die Volkspartei kam auf 30,13 Prozent der Stimmen, die Freiheitliche lagen bei 24,21 Prozent.

In Tirol hat die ÖVP bei der EU-Wahl zwar ein sattes Minus eingefahren, ist aber - im Gegensatz zur Bundesebene - vor der FPÖ geblieben. Die Volkspartei kam nach vorläufigem Endergebnis auf 30,13 Prozent der Stimmen - ein Minus von 12,50 Prozentpunkten gegenüber 2019 (42,63 Prozent). Die Freiheitlichen schossen um 9,05 Prozentpunkte nach oben - von 15,16 Prozent auf 24,21 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank in Tirol auf unter 50 Prozent: 46,17 Prozent wurden verzeichnet.

Landes-SPÖ verzeichnet Plus

Die Volkspartei landete damit auch unter dem Landtagswahlergebnis von 2022, als man 34,71 Prozent einfuhr. Im Gegensatz zum roten Bundesergebnis kann die Landes-SPÖ ein Plus verzeichnen, wenngleich auf niedrigerem Niveau: 17,95 Prozent (plus 2,49 Prozentpunkte) votierten für die Sozialdemokraten, die damit aber deutlich hinter der FPÖ auf dem dritten Platz zu liegen kamen. Dieselbe Reihenfolge gab es schon bei der Landtagswahl 2022. Die Sozialdemokraten landeten minimal über dem Landtagswahlergebnis (17,48 Prozent), die Freiheitlichen deutlich drüber. 18,84 Prozent waren es beim Landes-Urnengang gewesen.

Wie auf Bundesebene liegen auch die Grünen in Tirol knapp vor den NEOS. Die Öko-Partei ließ in Tirol aber mit einem Minus von 5,06 Prozentpunkten mehr als österreichweit Federn und landete bei 11,25 Prozent (2019: 16,31 Prozent). Die NEOS wurden erstmalig bei einer "Tiroler Wahl" zweistellig: 11,22 Prozent bedeutete ein Plus von 2,40 Prozentpunkten (2019: 8,82 Prozent). Beide Parteien schnitten damit aber besser ab als bei der Landtagswahl, als sie beide einstellig blieben. Die KPÖ kam auf 2,57 Prozent, die Liste DNA auf 2,67 Prozent.

Niedrige Wahlbeteiligung 

Enttäuschend die Beteiligung an dem europäischen Urnengang: 249.790 Wahlberechtigte bzw. 46,17 Prozent gaben nach vorläufigem Ergebnis ihre Stimme ab. Damit wurde die bereits - verglichen mit der Bundesebene und anderen Bundesländern - niedrige Wahlbeteiligung aus dem Jahr 2019 von 53,24 Prozent noch einmal unterboten.

Im Europaparlament wird Tirol künftig mit zwei Mandataren vertreten sein, die erstmals dort Platz nehmen werden: Mit der bisherigen ÖVP-Landtagsvizepräsidentin Sophia Kircher, die auf Platz vier kandidierte, und mit FPÖ-Nationalratsabgeordnetem Gerald Hauser, der auf Platz fünf der freiheitliche EU-Wahlliste gereiht war.

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