Ex-Soldaten wegen NS-Wiederbetätigung in Tirol vor Gericht

Ex-Soldaten stehen in Innsbruck wegen NS-Wiederbetätigung vor Gericht
Zwei Ex-Berufssoldaten müssen sich am Freitag am Innsbrucker Landesgericht wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung verantworten. Die beiden früheren Soldaten sollen in der Kaserne in Landeck unter anderem den Hitlergruß vorgezeigt, Soldatenlieder aus der NS-Zeit vorgespielt oder NS-Propagandamaterial zur Schau gestellt haben. Auch sollen sie andere Soldaten aufgefordert haben, ein rotes Holz-Ei mit Hakenkreuz zu küssen.

Zudem wird einem der Angeklagten vorgeworfen, während seines Dienstes ein Wehrmacht-Soldbuch in seiner Brusttasche getragen und dies als Dienstvorschrift bezeichnet zu haben. Darüber hinaus sei beispielsweise eine Hochzeitsausgabe von Hitlers "Mein Kampf" in der Kaserne präsentiert worden. Den beiden Männern droht im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren.

Wie eine Gerichtssprecherin gegenüber der APA im Vorfeld erklärte, bekannten sich die beiden Ex-Berufssoldaten bisher nicht schuldig. Sie verantworteten sich unter anderem damit, statt "Sieg Heil" mit den in Soldatenkreisen ihrer Angaben zufolge üblichen "Berg Heil" oder "Ski Heil" gegrüßt zu haben, hieß es. Auch wären etwa niemals NS-, sondern sonstige, dem Verbotsgesetz unterliegende Marsch-Lieder abgespielt worden. Beide Angeklagten sind mittlerweile freiwillig aus dem Bundesheerdienst ausgeschieden. Damit seien sie einem "drohenden Amtsverlust" zuvorgekommen, hieß es seitens des Militärkommandos Tirol gegenüber der APA. Bundesheer-intern sei jedenfalls ein Dienstenthebungsverfahren gegen die beiden gelaufen.

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