APA - Austria Presse Agentur

Extremwetter verursachte 2023 mehr als eine Milliarde Schaden

Im Jahr 2023 entstanden laut einer ersten Einschätzung des österreichischen Versicherungsverbandes (VVO) durch Extremwetterereignisse Schäden von über einer Milliarde Euro in Österreich.

"Rekordbrechende Ereignisse wie zum Beispiel die hohen Temperaturen werden mehr und mehr zur neuen Normalität", sagte Rémi Vrignaud, der Präsident des VVO, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Prävention gegen Naturgefahren werde in Zeiten des Klimawandels demnach immer wichtiger.

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Für die Ereignisse Sturm, Starkregen und Starkschneefall gab im Jahr 2023 die Geosphere Austria 187 Mal eine rote und 12.291 Mal eine orange Warnung für eine Gemeinde Österreichs aus. Insgesamt gab es 2023 somit 12.478 Warnungen der zwei höchsten Warnstufen. "Fast jede Gemeinde war von einer Wetterwarnung betroffen", sagte Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor der Geosphere Austria.

Um Schäden abzuwenden, sind Schaffhauser zufolge entsprechende Warnung extrem wichtig. "Je besser und verständlicher Warnungen vor großen Wetterereignissen sind, desto ernster werden sie genommen und desto größer ist die Chance, dass die Menschen darauf reagieren", erklärte er.

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Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen

Wichtig für effiziente Maßnahmen ist auch die intensive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen und Behörden - wie es etwa bei dem seit 2023 in Salzburg laufenden Projekt AMAS praktiziert wird. Hier wird in tägliche Gesprächen zwischen allen relevanten Einrichtungen wie unter anderem Katastrophenschutz, Wetterdienst und Hochwasserschutz die Wetterlage analysiert und entsprechend auf diese reagiert. Im Februar soll AMAS auch in der Steiermark anlaufen.

Die Österreicherinnen und Österreich sind sich der Gefahr durch den Klimawandel auch bewusst. Bei einer Befragung durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) unter rund 1.200 Teilnehmenden zeigte sich, dass Katastrophenszenarien rund um Starkregenereignisse in den meisten Bundesländern an der Spitze (Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) liegen, während in der Großstadt Wien und im Burgenland die Furcht vor Hitzewellen dominiert. "69 Prozent der Menschen in Österreich haben die Sorge, dass durch den Klimawandel die Naturkatastrophen zunehmen werden, zugleich sind 79 Prozent der Befragten aber auch bereit, auf bestimmte Dinge zu verzichten, um den Klimawandel zu bremsen", betonte KFV-Direktor Christian Schimanofsky.

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Da die Extremwetterereignisse durch den Klimawandel künftig wohl eher zu- als abnehmen werden, fordern die Versicherungen auch ein Umdenken bei der Vorsorge. Sie plädieren zwar für keine Pflichtversicherung, aber an eine Kopplung der Katastrophenrisiken an die Feuerversicherung, wie es etwa das "belgische Modell" zeige.