Weniger Delikte in Wien-Favoriten seit Waffenverbotszone

2.393 angezeigte Gewaltdelikte mit Stichwaffen im Jahr 2022
Seit Einführung der großflächigen Waffenverbotszone in Wien-Favoriten sind die Straftaten in Wiens bevölkerungsreichstem Bezirk zurückgegangen.

So habe es von 30. März bis 13. Mai einen Reduktion um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegeben, erklärten Vertreter der Landespolizeidirektion zusammen mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Zuge einer medienöffentlichen Schwerpunktaktion beim Reumannplatz. Bisher seien in der Zone elf Waffen sichergestellt worden.

Rückgänge gab es unter anderem bei Einbrüchen, Körperverletzung, Diebstahl, bei Anzeigen wegen Suchtgifts oder bei Sachbeschädigungen. Karner betonte es fänden nun fast täglich Schwerpunktaktionen der vor kurzem neu gegründeten Einsatzgruppe Jugendkriminalität (EJK) im bevölkerungsmäßig größten Bezirk Wiens statt. Im Zuge von bisher 74 Planquadraten seien fast 1.000 Personen überprüft und 190 Anzeigen erstattet worden. Für ganz Wien sprach die Polizei von bisher 8.700 Kontrollen und 940 Anzeigen. Österreichweit seien rund 14.000 Identitätsfeststellungen sowie mehr als 2.000 Anzeigen vollzogen worden.

Karner betonte, die Waffenverbotszone in Favoriten zeige ihre Wirkung. Man wolle dennoch die bisherige Strategie fortsetzen. "Es wird weiter konsequent aufgeräumt, wenn es darum geht Messerstecher aus dem Verkehr zu ziehen und Jugendkriminalität Einhalt zu gebieten", so Karner.

Schwere Körperverletzung drastisch zurückgegangen

Der Chef des Landeskriminalamts, Gerhard Winkler, zog am Mittwoch eine vorläufig positive Bilanz zum Waffenverbot. Typische Kerndelikte wie absichtlich schwere Körperverletzung und schwerer Raub seien drastisch zurückgegangen. "Wir hatten im April davon keinen einzigen Fall", sagte Winkler.

In Favoriten gilt seit 30. März 2024 eine Waffenverbotszone. Das Gebiet erstreckt sich oberhalb des Reumannplatzes bis zum Beginn des Antonsplatzes und in die andere Richtung über den Kepler- und Columbusplatz bis zum Hauptbahnhof. Westlich ist die Zone von der Laxenburger Straße und östlich von Sonnwend- sowie Herndlgasse begrenzt.

Karner hatte sich zuletzt auch für ein grundsätzliches Waffenverbot im öffentlichen Raum stark gemacht. Der entsprechende Entwurf für ein Messertrage-Verbotsgesetz ist derzeit in Verhandlung zwischen den Koalitionspartnern.

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