Neue Details über den Fluss Leitha präsentiert

Die Leitha bei Trockenheit
Landschaftsökologe Heinz Wiesbauer gibt in seinem Flussporträt über die Leitha pikante Details preis.

Sie wechselt ihr Erscheinungsbild vom alpinen Wild- zum mäandernden Tieflandfluss und erscheint dazwischen ausgetrocknet wie ein Wadi. Die Leitha war lange Grenzfluss, namensgebend für die Monarchie-Reichshälften Cis- und Transleithanien, setzte ganze Landstriche unter Wasser und wurde schon früh massiv genutzt und verändert. 

Wiesbauer, der in früheren Büchern bereits umfassende Porträts von Flüssen wie der Traisen, der Salzach, der Ybbs oder der Traun vorgelegt hat, widmet sich in seinem neuen Buch der Leitha und ihrer Quellflüsse Schwarza und Pitten. Dort wo diese beiden Wasserläufe im Gemeindegebiet von Lanzenkirchen (NÖ) zusammenfließen, beginnt auch die Leitha, die nach 180 Kilometern Lauf durch Niederösterreich, das Burgenland und Ungarn schließlich bei Mosonmagyaróvár in die Mosoni-Duna, einem Seitenarm der Donau, mündet.

Wiesbauer schildert in dem reich bebilderten Buch nicht nur Geologie und Hydrologie des Einzugsgebiets der Flüsse, sondern auch die frühe Nutzung der Gewässer, wasserbauliche Eingriffe und die Veränderung der Flusslandschaft. Zudem widmet er sich der Geschichte des Leitha-Raums und alten Kartendarstellungen des Flusses. "Die Leitha musste zum Nutzen der Menschen schon sehr früh gehörigen Aderlass leisten", schreibt Wiesbauer. Er verweist etwa auf den im 12. Jahrhundert angelegten, 16 Kilometer langen Kehrbach, mit dem man in großen Stil Wasser von der Leitha zur Versorgung Wiener Neustadts abzweigte - eines der ältesten wasserbaulichen Großprojekte Österreichs. Ihm sollten viele weitere Mühlbäche und Wasserentnahmen folgen.

Ebenso wie die Schwarza fließt die Leitha streckenweise über wasserdurchlässige Schotterkörper. Die Leitha speist so auch eines der größten Grundwasservorkommen Mitteleuropas, die Mitterndorfer Senke. Das im Untergrund versickernde Wasser und Ableitungen führen dazu, dass ihr Flussbett abschnittsweise einem Wadi gleicht. Begradigungen und Regulierungsmaßnahmen reduzierten im Laufe der Jahrhunderte die Strukturvielfalt des Flusses stark, Kiesbänke Totholzablagerungen, Autümpel und Steilufer wurden selten. Entsprechend reduzierte sich die Vielfalt von Flora und Fauna. Auch die verschiedenen Bemühungen für die Revitalisierung der Leitha werden in dem Buch vorgestellt.

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