Frankreich rechnet mit Verlust von 800.000 Arbeitsplätzen

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire
Die französische Regierung rechnet wegen der Coronapandemie mit dem Verlust von 800.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten. Das gab Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch in Paris bekannt. Das entspricht nach seinen Angaben 2,8 Prozent aller Arbeitsplätze. Griechenland droht unterdessen ein Rückfall in die Deflation.

Um der Krise zu begegnen, billigte das französische Kabinett ein umfassendes Corona-Krisenbudget. Der überarbeitete Haushaltsentwurf sieht Hilfen in Höhe von insgesamt 45 Mrd. Euro vor. Allein 18 Mrd. Euro sind für die Tourismusbranche vorgesehen. Weitere 15 Mrd. Euro sollen dem Luftfahrtsektor und acht Mrd. Euro den Autoherstellern zugute kommen.

Das Budget sieht einen Mix aus Investitionen, Krediten und Kreditbürgschaften vor. Auch der Bausektor und Technologieunternehmen sollen unterstützt werden. Die Krise erfordere eine "massive" Antwort, betonte Le Maire.

Die Regierung in Paris erwartet einen Wirtschaftseinbruch von elf Prozent in diesem Jahr - das ist mit Abstand der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Hintergrund ist unter anderem die befürchtete Pleitewelle bei Firmen.

Griechenland droht indes ein Rückfall in die Deflation. Die Verbraucherpreise fielen im Mai erneut, und zwar um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Elstat am Mittwoch in Athen mitteilte. Im April hatte es sogar ein Minus von 1,4 Prozent gegeben. Besonders die Kosten für Wohnen, Verkehr, Telekommunikation und dauerhafte Konsumgüter sanken.

Die Schuldenkrise hatte nicht nur zu einer Rezession, sondern auch zu einer Deflation geführt. Auf deren Höhepunkt fielen die Preise im November 2013 um 2,9 Prozent. Erst im Juni 2016 konnte die Deflation beendet werden. Fallende Preise können eine Abwärtsspirale aus sinkenden Löhnen, Investitionen und Konsumzurückhaltung auslösen und so die Wirtschaft lähmen.

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