Gedenken an Opfer des Brandes im Tauerntunnel vor 25 Jahren

Bergungsarbeiten nach dem Brand im Tauerntunnel am 29. Mai 1999.
Mit einer Gedenkveranstaltung in der Autobahnkapelle Flachau ist am Mittwoch der Opfer der Brandkatastrophe im Tauerntunnel gedacht worden, die sich heute vor 25 Jahren ereignet hat. Bei dem Unfall sind damals zwölf Menschen ums Leben gekommen und 42 weitere verletzt worden. 40 Fahrzeuge waren in die verheerende Kollision verwickelt. Die Gedenkveranstaltung wurde vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner zelebriert.

Am ökumenischen Gottesdienst nahmen neben Vertretern der Politik, der Kirche und der Asfinag auch Überlebende des Unglücks teil. "Im Moment der Katastrophe, die vor einem Vierteljahrhundert zwölf Leben gefordert und jenes unzähliger weiterer für immer geprägt hat, zeigte sich durch mancherlei beherzten, entschlossenen und aufopfernden Einsatz auch die Menschlichkeit. Auch daran wollen wir denken, wenn wir heute hier zusammenkommen", betonte der Erzbischof. Landeshauptmann Wilfried Haslauer sagte, dass nichts die zwölf Menschenleben ersetzen könne, "gemeinsam tragen wir aber dafür Sorge, dass alles in unserem Land unternommen wird, dass sich solche Unglücke nicht mehr wiederholen können".

Haslauer, Verkehrsreferent LHStv. Stefan Schnöll und Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl sprachen in ihren Beiträgen auch die zahlreichen Investitionen in die Tunnel-Sicherheit an, die seither in Österreich und Salzburg getätigt wurden.

Ein damals 27-jähriger Kraftfahrer aus Oberösterreich war am 29. Mai 1999 um 4.55 Uhr vermutlich wegen Sekundenschlafs in der - damals noch einzigen - Röhre einer stehenden Fahrzeugkolonne aufgefahren, die vor einer Ampel angehalten hatte. Vier Autos wurden dabei zwischen zwei Lastern derart zerdrückt, dass es tagelang so aussah, als ob nur ein Wagen zwischen die Schwerfahrzeuge geraten war. Zur Brandkatastrophe kam es durch einen mit 24.000 hochexplosiven Lackspraydosen beladenen Lkw. Das Feuer erreichte eine Temperatur von 1.200 Grad und vernichtete nicht nur Menschenleben und Infrastruktur, sondern zerstörte auch Spuren, die mehr Aufklärung über den Unfallhergang hätten geben können.

67 Personen hatten sich noch aus dem Tunnel retten können. Wem das nicht gelang, für den gab es keine Rettung mehr: Die Feuerwehr konnte wegen des enormen Rauchs und der gewaltigen Hitze erst am Nachmittag allmählich in den Tunnel vordringen, das "Brand aus" gab es nach knapp 17 Stunden. Zwölf Menschen verloren bei dem Unfall ihr Leben, fünf waren gebürtige Polen, die in Deutschland gelebt hatten, zwei waren Belgier, zwei Bosnier, zwei Österreicher und einer kam aus Griechenland.

Drei Monate nach dem Unfall wurde der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben. Das Unglück war auch Auslöser einer "Tunnelsicherheits-Offensive" der Asfinag, die seither in Österreich rund 5,8 Milliarden Euro in den Bau zweiter Tunnelröhren und neuer Fluchtstollen, in eine Verbesserung der Überwachung und jede Menge neuer Technik investiert hat.

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