Gegendemo vor Start des Aschermittwochs der FPÖ in Ried

Die Gegendemo auf ihrem Zug durch Ried
Der am Abend in der Jahnturnhalle in Ried über die Bühne gehenden Aschermittwochsveranstaltung der FPÖ ist in diesem Jahr nach - vor allem coronabedingten - Pausen wieder eine Gegendemonstration vorangegangen. Zum 31. Mal nutzen die Blauen den Tag des Faschingskehraus für ihr politisches Aufräumen. Anlass für die "Omas gegen Rechts" ein friedliches Zeichen für eine "demokratische und weltoffene Gesellschaft" zu setzen. Ihrem Aufruf folgten zwischen 200 und 300 Personen.

Zudem war bereits für 16 Uhr in der "Giesserei" in Ried vom Verein Kultur.Land.Impulse zu einem "kulturpolitischen Aschermittwoch" u.a. mit dem Vortrag der Historikerin der Uni Salzburg Margit Reiter zum Thema "Aus alt wird neu? Der Nationalsozialismus und die Anfänge der FPÖ - eine Spurensuche" geladen worden. Zur selben Zeit versammelten sich die Demonstranten für "ein Zusammenhalten gegen Rechts" am Bahnhof in Ried. Mit "Wehrt Euch, leistet Widerstand, gegen den Faschismus hier im Land, geht auf die Barrikaden, geht auf die Barrikaden" stimmten sie sich singend auf ihren Zug durch die Stadt ein. Eine halbe Stunde später hatten die Demonstranten ihr Ziel, den Marktplatz gegenüber der Jahnturnhalle, erreicht, um dort ein Lichtermeer gegen Faschismus mit Handys und Feuerzeugen auszubreiten. "Wir brauchen keinen Kickl, mit dem gibt's nur an Wickl" wurde ein Plakat mit Blickrichtung auf die andere Straßenseite hoch gehalten.

Dort hatte sich bereits eine lange Schlange von FPÖ-Sympathisanten vor dem Turnhalleneingang gebildet. Für 18 Euro erwarten die rund 2.000 Anhänger außer Heringsschmaus und einem Getränk Deftiges von der Parteispitze. Zum zweiten Mal wird Herbert Kickl ans Rednerpult treten. Bereits zu Mittag hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Parteien - auch ÖVP und SPÖ haben in Kärnten bzw. der Steiermark zum politischen Aschermittwoch geladen - aufgerufen, sich in ihren Ansprachen im Ton zu mäßigen. Man soll sich nicht über "die Anderen" lustig machen, auf sie herabsehen oder als "die Bösen, die Unfähigen, die Korrupten" hinstellen. Er als "Bundespräsident, als Bürger, als Mitmensch, vielleicht auch manchmal als 'der Andere'" bitte darum, innezuhalten. "Die Ereignisse in den letzten Tagen und das bevorstehende Wahljahr machen es mehr denn je notwendig", so die mahnenden Worte des Bundespräsidenten.

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