APA - Austria Presse Agentur

Gewessler kam mit dem Fahrrad zur Amtsübernahme

Umweltfreundlich, aber flott: Die neue Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) ist am Dienstag mit dem Rad zur Amtsübergabe in der Radetzkystraße angereist. Dort führte sie zuerst ein Vieraugengespräch mit ihrem Vorgänger Andreas Reichhardt. Danach wurde die neue Ministerin in einer feierlichen Zeremonie im Ministerium für Verkehr - und bald noch viel mehr - willkommen geheißen.

Per Rad, ganz brav mit Helm und alle Ampeln beachtend, näherte sich Gewessler am Dienstag ihrer neuen Arbeitsstätte. Die letzten Wochen seien "sehr dicht" gewesen, sagte sie den wartenden Journalisten. Deshalb freue sie sich sehr, auf dem Weg von der Angelobung in der Hofburg zum Ministerium ein wenig frische Luft tanken zu können. So bekomme man den Kopf frei, machte sie Werbung für eines ihrer liebsten Verkehrsmittel.

In der offiziellen Zeremonie bedankte sich der Verkehrsminister der Übergangsregierung, Andreas Reichhardt, bei seinem Team. "Wir können wirklich stolz sein, etwas geleistet zu haben", sagte er. Die Aufgabe als Minister sei für ihn eine "große Chance und Ehre" gewesen, verabschiedete er sich aus dem Amt. Mit "ein paar grauen Haaren mehr" werde er der neuen Ministerin weiterhin zur Verfügung stehen, kündigte er an.

Als Talismann übergab Reichhardt eine grüne Schildkröte an Gewessler. Schildkröten hätten sich im Lauf der Evolution immer anpassen müssen, erklärte er. Außerdem hätten sie einen Panzer - was nützlich ist, wenn es "in der Politik etwas ruppig" wird, sagte er zu seiner Nachfolgerin. Reichhardt wird dem Ministerium als Sektionschef erhalten bleiben. Dafür und für sein Hobby, das Segeln, bekam er von Gewessler einen Kompass überreicht.

Auch der Vorarlberger Magnus Brunner (ÖVP), Staatssekretär um großen Umwelt- und Verkehrsministerium, stellte sich den Mitarbeitern am Dienstag vor. Auch wenn seine Lebensplanung eine andere war, freue er sich auf die neue Aufgabe "in sicherlich nicht einfachen Zeiten", sagte er bei der Feier.

Gewessler gab sich nicht nur auf dem Fahrrad volksnah, sondern bat auch die bei der Amtsübergabe anwesenden Mitarbeiter gleich ein wenig näher an das Rednerpult. "Das ist kein Medienevent, das ist eine Amtsübergabe vor allem für Sie", teilte sie ihren künftigen Arbeitskolleginnen und Kollegen mit und bezeichnete sie sogleich als "Herzstück des Hauses".

Beim ihrem künftigen Ministerium, das neben Verkehr auch noch Umwelt, Klimaschutz und Energie umfasst, handle es sich um ein "zentrales Ressort", so Gewessler. Sie stelle sich der Herausforderung "mit großer Demut", sagte die Umweltexpertin. "Das Regierungsprogramm gibt uns einen klaren Auftrag- und der Auftrag ist kein kleiner", gab sie sich überzeugt. Sie strebe eine wissenschaftsbasierte Politik an, stellte Gewessler klar. Das Ziel solle im Vordergrund stehen, nicht parteipolitische Interessen, kündigte sie an. Nur so könne man die Zukunft positiv gestalten, sagte die neue Ministerin.

Vorschusslorbeeren erhielt Gewessler in ihrem "Zukunftsressort", das "heute die Weichen stellt und für morgen vorsorgt", in Form von großem Applaus der Belegschaft und einem Blumenstrauß von Vorgänger Reichhardt. "Ich freue mich auf die Herausforderung", zeigte sich die neue Ministerin startklar.

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