Grazer Museum für Geschichte feiert 100 Jahre Radio

Grazer Museum für Geschichte feiert 100 Jahre Radio
Anhand von privaten Nutzungen und Perspektiven wird die Rundfunkgeschichte gezeigt.

Radiogeräte in allen Farben und Größen stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die unter dem Titel "Hört! Hört! 100 Jahre Radio" ab Freitag im Grazer Museum für Geschichte zu sehen - und hören - ist. Grundgerüst der Schau ist die Entwicklung der Radiotechnik, darum herum gruppieren sich Beispiele privater Mediennutzung, Fotografien und natürlich Hörbeispiele. "Wir haben eine Vielzahl spektakulärer Objekte", betonte Museumschefin Bettina Habsburg-Lothringen am Mittwoch.

Die erste drahtlose Übertragung gelang dem österreichischen Physiker Otto Nußbaumer 1904 an der Technischen Universität in Graz. 20 Jahre später wurde in Österreich mit der Radioverkehrs-AG (Ravag) die erste offizielle Radiostation errichtet. Schon ein Jahr später folgte am Schloßberg in der steirischen Landeshauptstadt der erste Sender außerhalb von Wien.

Die Ausstellung spürt in drei Räumen den Veränderungen und Auswirkungen nach, die das Radio mit sich gebracht hat. Die Radiogeschichte wird mit Beständen aus der multimedialen Sammlung ausgeleuchtet, die private Mediennutzung erschließt sich anhand der "Mediensammlung Heinz M. Fischer". Diese Sammlung wurde seit 2019 Stück für Stück vom Museum für Geschichte übernommen und umfasst 100 Originalobjekte aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Tonbandgeräte, Plattenspieler, Kassettenrekorder und Fernsehapparate sind hier genauso vertreten wie ein Detektor mit Kopfhörern aus den Anfängen des Radiogeräts.

Die vielfältigen Geräte sind in den Räumen frei verteilt, "alles im Kontext der Zeit-, Medien- und Kulturgeschichte, die an den Wänden dargestellt wird", erläuterte Kuratorin Maria Froihofer. Die Ausstellung sei "nicht chronologisch, sondern thematisch orientiert", führte Kurator Thomas Felfer aus. Gezeigt wird auch die Wandlungsfähigkeit des Mediums: Vor dem Hintergrund der jeweiligen gesellschaftspolitischen und technischen Entwicklung war Radio einmal Attraktion, dann Mittel der Volksbildung, der Propaganda oder auch Ausdruck eines neuen Lebensgefühls.

Zu sehen ist auch eine der mittlerweile schon sehr seltenen "Kristaletten": Das Radiogerät wurde von der Firma Kristallradio hergestellt, die 1948 gegründet und im Grazer Bezirk Gösting ihren Firmensitz hatte. Auch ein äußerst raumgreifender Radioschrank aus den 1950er-Jahren kann bewundert werden, neben zahlreichen bunten Geräten, Ausdruck der farbenfrohen 1960er- und 70er-Jahre. Um dem Medium Radio gerecht zu werden, werden in der Ausstellung auch Klangwürfel eingesetzt. Damit können Besucherinnen und Besucher Hörbeispiele abrufen und in den Raum senden - damit Radio einmal mehr zum Gemeinschaftserlebnis wird.

  • "Hört! Hört! 100 Jahre Radio" Ausstellung im Museum für Geschichte des Universalmuseums Joanneum. Von 14. Juni 2024 bis 6. Jänner 2025. Geöffnet Dienstag - Sonntag von 10.00 -18.00 Uhr. www.museum-joanneum.at

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