APA - Austria Presse Agentur

Grazer Orchester Recreation spielte wieder auf

Das erste Orchesterkonzert nach der Coronapause ist am Sonntag in der Grazer Helmut List-Halle heftig bejubelt worden. Der Beifall galt nicht nur dem Großen Orchester Recreation und der hervorragenden Pianistin Olga Chepovetsky, sondern auch und vor allem der Tatsache, dass wieder gespielt wurde - wenn auch nur vor 100 Besucherinnen und Besuchern.

Das styriarte-Team, das auch für Recreation verantwortlich zeichnet, hatte sich auf die Wiedereröffnung des Konzertbetriebs gründlich vorbereitet. So gab es bereits vor dem Eingang eine Trennung in Besucher, die ihre Karten bereits hatten und jenen, die noch zur Kassa mussten. Desinfektionsmittel stand bereit, und das Foyer bot reichlich Platz zum Abstand halten. Die Wartenden bekamen zur Einstimmung ein Gratis-Getränk, was erfreut angenommen wurde.

Der Saal war durch eine Wand abgeteilt, wodurch die 100 Zuhörer nicht so verloren in der großen Halle herumsaßen. Es gab Einzel-, Doppel- und Dreierplätze, wodurch auf unterschiedliche Bedürfnisse Rücksicht genommen wurde. Auch die Musikerinnen und Musiker hielten vorbildlich Abstand - was bei der kleineren Besetzung für Beethoven, Mozart und Haydn schon möglich war.

Das Programm nannte sich "Wunschkonzert", weil die Besucher im Vorfeld über das Programm entscheiden konnten. Den Auftakt machte eine resche Darbietung von Beethovens "Coriolan"-Ouvertüre, die mit viel Elan gespielt wurde. Geleitet wurde das Orchester von Geiger Wolfgang Redik vom seinem Pult aus. Diese Spielweise ist nie ganz unproblematisch, bleibt doch das Herausarbeiten von Feinheiten einzelner Instrumentgruppen dabei gerne auf der Strecke.

Es folgte Mozarts Klavierkonzert KV 488 mit Olga Chepovetsky als Solistin. Die junge Lettin verfügt über einen eleganten, leichten Anschlag und zeigte eine duftige, aber nicht oberflächliche Interpretation, die im dritten Satz die heitere Überwindung der Melancholie des zweiten deutlich machte.

Den Abschluss bildete Haydns Symphonie mit dem Paukenschlag. Dieses Stück kam so gewaltig wie ein einziger Paukenschlag daher, daher ging der Knalleffekt am Ende eher unter. Trotzdem überzeugte dieses Spiel, weil es vor Lebensfreude und Spielbegeisterung nur so strotzte. Es folgte langer und heftiger Applaus - und der persönliche Dank einiger Konzertbesucher an Intendant Mathis Huber, weil er das alles so kurzfristig ermöglicht hatte.

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