APA - Austria Presse Agentur

Großeinsatz in deutschem Spital: Frau schwer verletzt

Bei einem Großeinsatz der Polizei in einem Krankenhaus der westdeutschen Stadt Aachen ist eine 65-jährige Frau von Spezialeinsatzkräften durch Schüsse schwer verletzt worden. "Da die Frau nicht auf Ansprache reagierte, machten die Polizisten von der Schusswaffe Gebrauch, um die Gefahrenlage zu beenden", teilte die Polizei in der Nacht auf Dienstag mit. Die Frau sei vorläufig festgenommen worden und werde medizinisch versorgt. Sie hatte sich stundenlang im Spital verschanzt.

Die Polizei hatte von einer "möglichen Bedrohungssituation" gesprochen. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die Frau Suizidabsichten gehabt habe. Sie soll unter anderem eine Schreckschusswaffe bei sich gehabt und Angestellte einer Physiotherapiepraxis in dem Krankenhaus bedroht haben.

Ein Spezialeinsatzkommandos (SEK) hatte die Lage etwa gegen 23 Uhr beendet. Die Frau wurde nach der Überwältigung auf einer Krankenbahre aus dem Spital gerollt, zugedeckt mit einer Wärmefolie. Laut Polizeisprecher Andreas Müller wurde sie in einem Rettungsauto behandelt.

Die Feuerwehr war gegen 17 Uhr nachmittags über einen Brand in dem Krankenhaus informiert worden. Das Feuer im Bettenbereich sei gelöscht worden, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Wie genau es dazu gekommen war, war zunächst unklar. Laut dem Polizeisprecher wird geprüft, ob der Vorfall in Aachen in Verbindung mit einem Wohnungsbrand im nahe gelegenen Eschweiler stehe. In dem Ort wohnte auch die Verdächtige.

Spekulationen über eine Geiselnahme wurden von den Einsatzkräften nicht bestätigt. Es war auch unklar, ob sich die Frau alleine in dem Raum aufgehalten hatte oder andere Menschen bedrohe. Stunden nachdem Spezialeinsatzkräfte am späten Montagnachmittag angerückt waren, zuckten noch blaue Blitze von Polizeiautos durch den nachtschwarzen Himmel. Zahlreiche Feuerwehrleute waren ebenfalls an Ort und Stelle.

Die "verdächtige Person" hatte laut Polizei am Nachmittag das Krankenhaus betreten. Kurz danach sei Rauch im "Nahbereich" der Frau festgestellt worden. Die Krankenhausräume in der näheren Umgebung der Frau seien evakuiert worden. Die "Bild"-Zeitung berichtete, eine Frau habe in dem Krankenhaus Pyrotechnik gezündet. Die Polizei gab dazu zunächst keine Erklärung ab - ebenso wenig wie die Feuerwehr und Vertreter des Krankenhauses.

Hinter dem schmiedeeisernen Gitter der Klinik schien der Betrieb am Abend aber zumindest teilweise weiterzulaufen. In einigen Krankenhausfenstern brannte noch Licht; Personal in weißen Kitteln huschte über den Krankenhaus-Parkplatz.

Viele Beobachter fragten sich, warum sich die unklare Lage hinter den Klinikmauern über so viele Stunden hinzog. Laut der Polizei ließ sich nicht sagen, ob die Frau bewaffnet war oder sie andere Menschen in ihrer Gewalt habe. An Ort und Stelle waren schwer bewaffnete Beamte mit Helmen zu sehen, zudem kreiste ein Hubschrauber über dem Krankenhaus. Auf der Straße stand eine Liege mit medizinischer Ausrüstung. Laut der Kölner Polizei gab es am Abend auch Straßensperren. Vorsichtshalber wurde auch ein Streckenabschnitt der Bahn gesperrt.

Das am Rand des Zentrums gelegene Krankenhaus wird von einem evangelischen Verein getragen. Nach eigenen Angaben werden in 15 Kliniken Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern behandelt.

(S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.)