APA - Austria Presse Agentur

IAEA bestätigt Installation von neuen Zentrifugen im Iran

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Angaben des Iran über die Installation weiterer Zentrifugen zur Urananreicherung bestätigt. Die UNO-Organisation in Wien teilte mit, ihre Experten hätten am Samstag im Iran gesehen, dass neueZentrifugen installiert worden seien oder derzeit installiert würden. Damit verstößt der Iran erneut gegen das internationale Atomabkommen von 2015.

Die iranische Atomenergiebehörde hatte am Samstag mitgeteilt, sie habe 20 Zentrifugen vom Typ IR-4 und 20 weitere vom Typ IR-6 in Betrieb genommen. Wie die IAEA nun mitteilte, hat der Iran in der Urananreicherungsanlage Natanz 22 IR-4, eine IR-5, 30 IR-6 und drei IR-6s installiert oder ist dabei, das zu tun. Gemäß dem Atomabkommen darf der Iran zur Urananreicherung nur Zentrifugen vom älteren Typ IR-1 betreiben.

Wie die IAEA weiter mitteilte, hat der Iran zudem seine Absicht erklärt, eine Kaskade mit 164 IR-4-Zentrifugen und eine weitere Kaskade mit 164-IR-2m-Zentrifugen zu Forschungszwecken wieder in Betrieb zu nehmen. Die Zentrifugen dienen der Anreicherung von Uran. Niedrig angereichertes Uran wird in Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren benötigt. Wird es höher angereichert, kann es jedoch auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.

Die Inbetriebnahme zusätzlicher Zentrifugen ist bereits der dritte Verstoß des Iran gegen das Atomabkommen. Mit dem schrittweisen Rückzug aus der Vereinbarung reagiert Teheran auf den einseitigen Ausstieg der USA im Mai 2018. Zugleich erhöht der Iran damit den Druck auf die Europäer, mehr zur Aufrechterhaltung des Handels zu tun. Am Sonntag hatte Teheran den Europäern erneut vorgeworfen, ihre Verpflichtungen nicht einzuhalten.

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