APA - Austria Presse Agentur

In Tirol ging Auftakt zu Blackout-Übung über die Bühne

Am Freitag hat der Auftakt zur Blackout-Übung "ENERGIE 21", an der mehrere Bundesländer und unter anderem das Innen- sowie das Verteidigungsministerium beteiligt sind, am Fuße des Innsbrucker Hausbergs Patscherkofel stattgefunden. Die Übung ging auch in Tirol von einer extremen Kälteperiode in Europa aus, die zu einem erhöhten Stromverbrauch und damit zu einer "Strom-Mangellage" und schließlich zum Blackout führt.

Der Initiator der Übung, Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), derzeit auch der Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, gab am Freitag bei einer Pressekonferenz vor der Übung die Devise aus. "Wir müssen uns auf alle möglichen Szenarien vorbereiten". Man wolle mit dieser Übung aber "keine Angst in der Bevölkerung verbreiten", sondern vielmehr demonstrieren, dass man einen "klaren Plan" für den Blackout-Ernstfall habe.

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) streute dem Tiroler Landeshauptmann und dem Land Tirol insgesamt angesichts dieser Ernstfall-Übung Rosen. "Tirol geht hier in Vorlage und hat somit eine Vorbildwirkung für ganz Europa", strich er heraus. Wichtig sei dies vor allem auch, weil man "im vorigen Jahr knapp an einer Blackout-Situation vorbeigeschrammt" sei, so Schallenberg. In einem solchen Fall müsse dann das "Zusammenspiel der Ebenen" bestens funktionieren, ergänzte er.

Auf ebenjenes Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen nahm auch Tirols Sicherheitsreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP) Bezug. "Nur so kann im Ernstfall effiziente Hilfe gewährleistet werden", sagte er. Auch Elmar Rizzoli, Vorstand des Tiroler Zentrums für Krisen und Katastrophenmanagement, schlug in diese Kerbe. Im Fall des Falles liege nämlich der "Teufel im Detail", weshalb eine solche Übung unbedingt durchgeführt werden müsse.

Im Anschluss an das Statement von Erich Entstrasser, Vorstandsvorsitzender der Tiwag, der unter anderem dank "potenter und flexibler Wasserkraftwerke in Tirol" die Wiederherstellung der Strom-Grundversorgung im Blackout-Fall innerhalb von fünf Stunden versprach, startete schließlich kurz vor 13.00 Uhr die Übung, bestehend aus zwei konkreten Szenarien.

Im ersten Szenario wurde in der Zusammenwirkung von Tinetz-Mitarbeitern und dem Bundesheer ein Ersatzgestänge für die Wiederherstellung einer Stromversorgung errichtet. Zum Transport dieses 2,5 Tonnen schweren Konstruktes kam der Hubschrauber "S-70 Black Hawk", der von Einsatzfahrzeugen des Bundesheers flankiert wurde, zum Einsatz.

Im zweiten Szenario, bei dem eine Zusammenarbeit unter anderem von Bergrettung, Rotem Kreuz, Feuerwehr und Bundesheer demonstriert wurde, barg man schließlich auch mit dem Tiroler Landeshubschrauber Personen aus Patscherkofelbahn-Gondeln, die aufgrund des Stromausfalls zum Stillstand gekommen waren. Die Errichtung eines A1-Notfallcontainers inklusive 5G-Netz beschloss dieses Szenario und brachte die Übung zum Abschluss. "Das Zusammenspiel hat mich beeindruckt", sagte Bundeskanzler Schallenberg nach erfolgtem Abschluss.