Innsbruck 2023 mit ausgeglichenem Haushalt, Schulden wurden reduziert

Innsbruck
Einnahmen von 502,1 Millionen Euro standen Ausgaben von 462,6 Millionen Euro gegenüber.

Die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck hat 2023 sowohl die Gesamtschulden als auch die Pro-Kopf-Verschuldung reduziert. Im Rechnungsabschluss standen Einnahmen von 502,1 Millionen Euro Ausgaben von 462,6 Millionen Euro gegenüber, teilte die Stadt Innsbruck am Donnerstag mit. Beide Werte seien geringer ausgefallen als veranschlagt. Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sprach von einem "positiven Bild", das auf Sparsamkeit bei den Ausgaben zurückzuführen sei.

Die operativen Einnahmen seien um 10,5 Millionen Euro niedriger gewesen als veranschlagt. Die Ausgaben seien ebenso mit 462,6 Millionen Euro niedriger gewesen als zuvor mit 486,8 Millionen Euro angenommen. Die wesentlichen Abweichungen seien im geringerem Personal- und Sachaufwand sowie bei verringerten Transfers, wie beispielsweise der Transferzahlungen an das Land im Bereich der Mietzinsbeihilfe und der Vorschusszahlungen für die Mindestsicherung und mobilen und stationären Pflege, zu finden, hieß es in einer Aussendung.

Der Haushalt sei insgesamt "ausgeglichen", resümierte Finanzdirektor Martin Rupprechter. Der Saldo aus der operativen Gebarung von 39,5 Millionen Euro reiche aus, um die planmäßige Tilgung von Darlehen in Höhe von 12,1 Millionen Euro zu decken. Der finanzielle Spielraum für neue Projekte und Investitionen lag demnach bei 27,4 Millionen Euro. Beim Rechnungsabschluss 2022 war dieser Wert noch bei 74,4 Millionen Euro gelegen. Dennoch handle es sich um ein "gutes Ergebnis", so Rupprechter.

Der Schuldenstand der Landeshauptstadt wurde indes seit 2020 von 181,5 Millionen Euro auf 158,7 Millionen Euro reduziert. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag nunmehr bei 1.217 Euro (2022: 1.258 Euro) und war somit gesunken. Das Gesamtvermögen der Stadt Innsbruck stieg indes leicht und lag bei 2,96 Milliarden Euro.

Das Investitionsvolumen lag bei 57,2 Millionen Euro und somit leicht unter dem Vorjahreswert. Investiert worden sei in allen Bereichen, vor allem bei der der Innsbrucker Immobiliengesellschaft IIG (Wohnungen, Schulen, Kindergarten, Amtsgebäude), den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) und deren Infrastruktur sowie in laufende städtische Projekte (Planungen für Sanierung Eiskanal Igls, Congress Messe Innsbruck, Radmasterplan usw.). "Insgesamt hat die Stadt damit die regionale Wertschöpfung wesentlich unterstützt und Arbeitsplätze erhalten", betonte Willi.

Für den kommenden Jahresabschluss 2024 hoffe man zwar auf eine insgesamt gemäßigte Situation, wahrscheinlich werde sich aber ausgabenseitig durch die seit dem Vorjahr "wesentlich und erheblich gestiegenen Personalkosten (Lohnabschluss 9,14 Prozent für 2024) und ein weiterhin inflationsbedingtes hohes Preisniveau bei den Investitionen - vor allem am Bau - bei den Dienstleistungen und bei den Kosten für die Energieträgern das Gesamtbild voraussichtlich verschlechtern", prognostizierte der wahlkämpfende Bürgermeister, der am Sonntag eine Stichwahl gegen Ex-ÖVP-Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) zu schlagen hat.

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