APA - Austria Presse Agentur

Iran weist IAEA-Forderung zurück und droht mit Konsequenzen

Der Iran hat die Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) nach Zugang zu zwei Standorten zurückgewiesen und seinerseits mit Konsequenzen gedroht. "Falls die IAEA diesen Trend fortsetzen sollte, könnte es zu Problemen bezüglich der bilateralen Zusammenarbeit führen", sagte Außenamtssprecher Abbas Moussawi am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA.

Außerdem werde der Iran "adäquat" reagieren, falls die Mitglieder der in Wien ansässigen UNO-Behörde eine "unkonstruktive Entscheidung" treffen sollten. Auch die iranische UNO-Mission in Wien warnte, dass die IAEA-Forderung zu einer erneuten Krise im Atomstreit führen könnte.

IAEA-Chef Rafael Grossi hatte vom Iran den Zugang zu zwei Standorten gefordert, an denen die Behörde nicht-deklariertes Uran vermutet. Deutschland, Frankreich und Großbritannien unterstützten den Vorstoß. Aus Sicht des Irans hat die Forderung allerdings nichts mit dem Zuständigkeitsbereich der Atomenergiebehörde zu tun.

Die IAEA solle legal, neutral und unpolitisch vorgehen und sich nicht auf Unterstellungen der israelischen Geheimdienste berufen, sagte Moussawi. "Eine Forderung auf der Basis von Unterstellungen seitens der Geheimdienste des zionistischen Regimes (Israel), dessen Feindseligkeit mit dem iranischen Volk weltweit bekannt ist, kann man nur als bedauerlich bezeichnen." Israel gehört neben den USA und Saudi-Arabien zu den politischen Erzfeinden des Irans.

Im Juni 2015 hatten das Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und die USA nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Iran ein Atomabkommen geschlossen. Es sollte sicherstellen, dass die Islamische Republik nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt. US-Präsident Donald Trump kündigte das in Wien geschlossene Abkommen im Mai 2018 jedoch einseitig auf und verhängte neue Sanktionen gegen den Iran. Daraufhin hat auch Teheran schrittweise fast alle Bestimmungen des Deals ignoriert.