Israel fordert bessere Abfertigung von UNO-Hilfsgütern

In Rafah werden dringend Hilfsgüter benötigt
Israel hat die Vereinten Nationen aufgefordert, die Verteilung von Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen zu verbessern.

Seit Tagen würden Hunderte Lastwagenladungen mit humanitären Hilfsgütern am Grenzübergang Kerem Schalom nicht abgeholt, schrieb die israelische Cogat-Behörde am Donnerstag auf der Plattform X (vormals Twitter). WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte indes, dass die Lage im Gazastreifen so schlimm sei, dass er sie nicht in Worten ausdrücken könne.

"Ich kann die Situation im Gazastreifen nicht einmal beschreiben. Wenn dieser Angriff auf Rafah stattfindet, denke ich, dass es eine weitere Katastrophe wäre, eine ernste, ernste Katastrophe", schreibt der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf X. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte dem Militär vergangene Woche den Befehl erteilt, Pläne für eine Offensive in Rafah sowie für die Evakuierung der dortigen Bevölkerung vorzulegen.

Hilfsorganisationen

Die für Kontakte mit den Palästinensern und humanitäre Hilfe zuständige israelische Cogat-Behörde stellte am Donnerstag Fotos online, die den Inhalt von 500 Lastwagen mit Hilfsgütern auf der Gaza-Seite von Kerem Schalom nach erfolgter Inspektion durch Israel zeigen sollen, die darauf warteten, von den UNO abgeholt und verteilt zu werden. Hilfsorganisationen werfen Israel vor, die Verteilung von Hilfsgütern zu blockieren und warnen vor einer Hungerkatastrophe in Gaza.

Die Cogat-Behörde hat dies jedoch wiederholt dementiert. Israel kontrolliere mehr Lastwagen als letztlich von den Vereinten Nationen abgefertigt und weitergeleitet würden, lautet die Darstellung von Cogat. Die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sprach sich am Donnerstag während ihres Besuchs in Israel für deutlich mehr Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet aus - konkret 500 Lastwagen am Tag. So viel Lkw mit humanitären Gütern fuhren vor Kriegsbeginn täglich in das von Israel abgeriegelte Küstengebiet am Mittelmeer. Baerbock forderte in Israel dafür auch die Öffnung weiterer Grenzübergänge.

Israel hatte den Übergang Kerem Schalom Mitte Dezember geöffnet, um die Einfuhr von mehr Hilfsgütern in das umkämpfte Gebiet zu ermöglichen. Vor dem Gaza-Krieg diente Kerem Schalom als Warenübergang in den Gazastreifen. Nach Protesten von Angehörigen der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln gegen die Einfuhr von Hilfsgütern in das Gebiet hat Israel den Grenzübergang kürzlich zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Damit wollte das Militär Demonstranten daran hindern, die Einfuhr von Lkw nach Gaza zu blockieren.

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