Israel griff Hisbollah-Stellungen im Libanon an

Gaza-Krieg dauert bereits sechs Monate an
Israel hat am Sonntag Luftangriffe auf den Osten des Libanons geflogen, eine Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz.

Die Angriffe seien eine "Vergeltungsmaßnahme" für den Abschuss einer israelischen Drohne gewesen, erklärte die israelische Armee im Online-Dienst Telegram. Auch aus dem Hisbollah-Umfeld wurden die morgendlichen Angriffe Israels bestätigt. Im Gazastreifen wurden unterdessen nach Angaben des israelischen Militärs vier weitere Soldaten getötet. 

Laut israelischer Armee griffen ihre Kampfflugzeuge im Libanon "einen militärischen Komplex und drei weitere terroristische Einrichtungen an, die zum Luftabwehr-Netzwerk der Hisbollah gehören". Dies sei die Vergeltung für den Abschuss einer israelischen Drohne am Samstag.

Die israelischen Angriffe hätten "zwei Gebieten im Bekaa-Tal, Janta und Sifri, gegolten", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von einer Quelle aus dem Umfeld der Hisbollah in der ostlibanesischen Region Baalbek. Janta ist eine Bergregion nahe der Grenze zu Syrien, Sifri liegt im Zentrum des Bekaa-Tals. Nach Angaben aus der libanesischen Zivilschutzbehörde gab es bei den israelischen Angriffen weder Tote noch Verletzte.

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober kommt es im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon fast täglich zu Gefechten zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der mit der Hamas verbündeten schiitischen Hisbollah-Miliz, die über ein großes Arsenal an Kurz- und Mittelstreckenraketen verfügen soll. Janta und Sifri sind aber weit von der israelischen Grenze entfernt.

Am Samstag hatte die Hisbollah erklärt, sie habe eine israelische Drohne vom Typ Hermes 450 über libanesischem Gebiet abgeschossen. Die israelische Armee bestätigte dies. Bereits im Februar hatte die israelische Armee Ziele im Bekaa-Tal angegriffen, nachdem die Hisbollah eine israelische Drohne abgeschossen hatte.

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas am 7. Oktober kommt es im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon fast täglich zu Gefechten zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der mit der Hamas verbündeten Hisbollah, die über ein großes Arsenal an Kurz-und Mittelstreckenraketen verfügen soll. Durch die Auseinandersetzungen an der israelisch-libanesischen Grenze wurden laut einer AFP-Zählung mindestens 349 Menschen getötet, die meisten von ihnen Hisbollah-Kämpfer. Es starben aber auch mindestens 68 Zivilisten.

Im Gazastreifen wurden nach Angaben des israelischen Militärs vier weitere Soldaten getötet worden. Es veröffentlicht am Sonntag ihre Namen. Sie seien am Samstag im Süden des Gazastreifens ums Leben gekommen. Damit steige die Zahl der Verluste seit Kriegsbeginn auf 604 Soldaten. Die Hamas hatte sich am Samstag zu einem Hinterhalt gegen israelische Streitkräfte in der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens bekannt.

Auslöser des aktuellen Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1.200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel verübt hatten. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde kamen dabei schon mehr als 33.000 Menschen in Gaza ums Leben. Bei der unabhängig kaum zu überprüfenden Zahl wird nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ließ dazu Sonntag früh auf der Online-Plattform X (Ex-Twitter) wissen (im Original auf Englisch): "Sechs schreckliche Monate seit dem Angriff der #Hamas-Terroristen auf #Israel, der unerträgliches menschliches Leid für israelische und palästinensische Zivilisten verursacht hat. Es ist höchste Zeit für eine humanitäre Pause! Hamas muss alle Geiseln freilassen. Mehr Hilfe muss #Gaza erreichen. Humanitäres Recht ist nicht verhandelbar."

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