Italien: Zahl der Migrantenankünfte seit 2023 vervierfacht

Knapp 27.000 Bootsmigranten registriert
Trotz der Rechtsregierung in Rom hat sich die Zahl der Migrantenankünfte in Italien seit Anfang 2023 vervierfacht. Seit Anfang Jänner wurden nach offiziellen Angaben des Innenministeriums in Rom bereits knapp 27.000 Bootsmigranten registriert - weit mehr als viermal so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum (6.543). Allein am vergangenen Wochenende kamen 5.573 Menschen an den süditalienischen Küsten an.

Während der Migrationsstrom nach Italien kein Ende nimmt, richtet die Rettungsorganisation "Mediterranea" an Premierministerin Giorgia Meloni und Staatspräsidenten Sergio Mattarella einen Appell. "Es soll keinen Krieg mehr gegen NGOs und zivile Rettungsschiffe geben. Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um so viele Menschenleben wie möglich auf See zu retten", so Mediterranea in einem Brief am Montag. Die Organisation rief die Europäische Union auf, "angesichts eines bevorstehenden schwierigen Sommers eine europäische Rettungsaktion im Mittelmeer zu starten".

Für Divergenzen sorgte die Festsetzung des Rettungsschiffes "Louise Michel". Dem Kapitän des Schiffes, Reimar Beckert, wird vorgeworfen, drei eigenständige Rettungsaktionen in libyschen und maltesischen Gewässern durchgeführt zu haben. Er soll dabei die Anweisungen der italienischen Behörden für die Landung im sizilianischen Hafen von Trapani nicht beachtet und eine übermäßige Anzahl von Personen an Bord genommen haben, die über die 60 für das Schiff zulässigen Personen hinausging.

Inzwischen bemüht sich die italienische Regierung, legale Einreisen zu fördern. 82.705 Aufenthaltsgenehmigungen können ausländische Arbeitskräfte beantragen, das sind 13.000 mehr als im vergangenen Jahr. 44.000 Einwanderungsgenehmigungen sind Saisonarbeitern in der Landwirtschaft vorbehalten. Ausgeschlossen von dem Kontingent sind Pflegekräfte und Haushaltshilfen.

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