APA - Austria Presse Agentur

Jänner war mild, sonnig und meist schneearm

Der Jänner 2024 war mild, sonnig und brachte vielerorts recht wenig Neuschnee. In der Statistik von Geosphere Austria rangiert er unter den fünf sonnigsten Jänner-Monaten seit Beginn der Messungen. An einigen Orten wurde zudem die jeweils höchste Jänner-Temperatur der jeweiligen Messreihe registriert. Es "dominierten milde Wetterlagen und es gab nur wenige winterliche, kalte Phasen", bilanzierten die Meteorologen am Donnerstag.

"Der Jänner 2024 lag im Tiefland Österreichs um 1,1 Grad über dem Mittel der Klimaperiode 1991 bis 2020, auf den Bergen um 1,4 Grad", sagte Klimatologe Alexander Orlik, "das ergibt im Tiefland Österreichs Platz 33 in der Reihe der wärmsten Jänner der 257-jährigen Messgeschichte und auf den Bergen Platz 25 in der 174-jährigen Gebirgsmessreihe." Im Vergleich zur Klimaperiode 1961 bis 1990, die von der Klimaerwärmung noch nicht so stark betroffen war, lag der Jänner 2024 im Tiefland um 2,5 Grad über dem Mittel und auf den Bergen um 2,7 Grad.

Am 24. Jänner 2024 verzeichneten einige Wetterstationen sogar die höchste in einem Jänner gemessene Temperatur der jeweiligen Messreihe - zum Beispiel Imst mit 17,9 Grad (Messungen seit 1939), Landeck mit 16,6 Grad (Messungen seit 1946), St. Jakob/Defereggental mit 14 Grad (Messungen seit 1938) und am Brenner mit 11,3 Grad (Messungen seit 1948).

Die im Winter typischen Wetterlagen mit großflächigen Hochnebelfeldern fehlten diesmal fast vollständig, daher war es außergewöhnlich sonnig. "In der österreichweiten Auswertung gab es im Jänner 2024 um 38 Prozent mehr Sonnenschein als in einem durchschnittlichen Jänner", sagte Orlik, "somit war es einer der fünf sonnigsten Jänner der letzten 100 Jahre." Besonders im Osten Österreichs wurden an einigen Messorten neue Jännerrekorde der Sonnenscheindauer aufgestellt - zum Beispiel in Neusiedl am See mit 119 Stunden Sonnenschein (Messungen seit 1926), in Wiener Neustadt mit 115 Stunden (Messungen seit 1955) und in Retz mit 113 Stunden (Messungen seit 1949).

Die Niederschlagsmenge lag im österreichweiten Mittel knapp über dem vieljährigen Durchschnitt (plus sieben Prozent) und damit im Bereich der üblichen Schwankungen. Trotzdem gab es in vielen Regionen deutlich weniger Neuschnee als sonst, besonders in den tiefen Lagen: Weil es so mild war, fiel häufiger Regen als Schnee. "Vor allem in den Gebieten unterhalb von 1.000 Metern Seehöhe lag die Neuschneesumme um ungefähr zehn bis 80 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt", so Geosphere.

Ausnahmen gab es aber: In Kärnten, Osttirol und Nordtirol fiel in höheren Lagen vereinzelt mehr Neuschnee als in einem durchschnittlichen Jänner, zum Beispiel in Bad Bleiberg (plus 49 Prozent mehr Neuschnee im Vergleich zum Mittel, auf 917 Meter Seehöhe), St. Jakob/Defereggen (plus 27 Prozent, 1.383 Meter Seehöhe), in Obergurgl (plus sieben Prozent, 1.939 Meter Seehöhe) und am Pitztaler Gletscher (plus 41 Prozent, 2.848 Meter Seehöhe).