APA - Austria Presse Agentur

Kärnten feiert 100 Jahre Volksabstimmung mit Versöhnung

Coronabedingt auf Sparflamme, und doch so groß wie noch nie: Kärnten feiert am Samstag den 100. Jahrestag der Volksabstimmung, bei der sich das damals überwiegend slowenischsprachige Südkärnten für den Verbleib bei Österreich entschied. Statt des traditionellen Festumzugs gibt es einen historischen Versöhnungsakt: Die Präsidenten Österreichs und Sloweniens, Alexander Van der Bellen und Borut Pahor, gedenken des 10. Oktober erstmals gemeinsam im Klagenfurter Landhaus.

Pahor wird um 9.45 Uhr mit militärischen Ehren im Landhaushof vom Bundespräsidenten und dem Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) empfangen. Beim folgenden Festakt im Wappensaal (10.30 Uhr) werden neben den Präsidenten und dem Landeshauptmann unter anderem auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und die für Volksgruppen zuständige Ministerin Susanne Raab (ÖVP) sprechen.

Pahor und Van der Bellen wollten am Nachmittag eine zweisprachige Skulptur des Künstlers Thomas Hoke im Amt der Kärntner Landesregierung einweihen sowie einen zweisprachigen Kindergarten in Klagenfurt eröffnen. Zum Abschluss der bilateralen Feier wollten Raab und die slowenische Ministerin für Auslandsslowenen, Helena Jaklitsch, in der zweisprachigen Gemeinde St. Jakob im Rosental/Sentjakob v Rozu an einer lokalen Gedenkfeier teilnehmen. Der Gemeinderat der Marktgemeinde hatte jüngst beschlossen, in allen 22 Orten zweisprachige Ortstafeln aufzustellen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Südkärnten von Jugoslawien beansprucht und militärisch besetzt, weswegen es zum Kärntner Abwehrkampf mit rund 400 Toten kam. Bei der Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 hatten die Bewohner der damals unter jugoslawischer Verwaltung stehenden Abstimmungszone, die auch die südliche Hälfte des Wörthersees umfasste, mit 59 Prozent für Österreich votiert. Damit blieb die Gebirgskette der Karawanken die südliche Landesgrenze Kärntens.