APA - Austria Presse Agentur

Koralmbahn: Kärntner Teil in Betrieb genommen

Nach rund 26 Jahren Bauzeit ist am Donnerstag das Kärntner Teilstück der Koralmbahn zwischen St. Paul im Lavanttal und Klagenfurt in Betrieb genommen worden.

Zwei Jahre vor der Gesamtfertigstellung der Strecke von Klagenfurt nach Graz wird vorerst der Nahverkehr auf dem Teilabschnitt unterwegs sein. Die laut ÖBB größte Teilinbetriebnahme der neuen Hochleistungsstrecke sei der bisher wichtigste Meilenstein, am Sonntag soll der offizielle Betrieb der Strecke starten.

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"Das was im letzten Jahrtausend als Idee begonnen hat und dann als Projekt reifte, wird jetzt 2023 fast finalisiert und 2025 Realität werden", freute sich Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) anlässlich der Eröffnungsfeier am neuen Bahnhof in St. Paul im Lavanttal. Die Verbindung würde einen neuen, riesigen Zentralraum entstehen lassen, der eine immense Chance für den Süden Österreichs biete. Kaiser sprach damit die Einbindung der Region in den Baltisch-Adriatischen Korridor an, der die zweitstärkste Nord-Süd-Güterachse in Europa darstelle.

Bedeutung für den Güterverkehr

Auch für ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä hat die Verbindung eine große Bedeutung für den Güterverkehr und die Kärntner Wirtschaft: "An Wirtschaftsströmen kann man wirtschaften und Handel treiben, damit hat man Riesenchancen." Eine Umlagerung von Lkw auf die Schiene wäre für ihn das Ziel, allerdings wünsche er sich dafür auch mehr Kostenwahrheit im Verkehr. Beim Personenverkehr rechne die ÖBB mit einer Verdopplung der gegenwärtigen Zahlen. "Immerhin leben hier 3,5 Millionen Menschen im Einzugsbereich der neuen Südbahn", so Matthä.

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Für Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), der ebenfalls zur Feier angereist war, sei es der richtige Zeitpunkt für die Teil-Inbetriebnahme der Koralmbahn, da immer mehr Menschen in der Region mit der Bahn reisen wollten. "Genau deshalb haben wir in das größte Bahnausbauprogramm Österreichs aller Zeiten investiert", so Kogler.

"Die Koralmstrecke ist mehr als eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, es ist eine Jahrhundertchance für eine gesamte Region", ist auch Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) überzeugt. Mit der neuen Verbindung würden zudem die Argumente täglich weniger, doch den Pkw zu nutzen. Die schnellste Verbindung von Klagenfurt nach St. Paul sei nun in 26 Minuten machbar, in weiteren 18 Minuten sei man in Wolfsberg. Damit wurden die Zugverbindungen in der Region zeitlich gestrafft und könnten trotz vieler Haltepunkte das Auto hinter sich lassen.

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Die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt ist Teil der neuen Südstrecke und damit Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors durch Europa. 50 von 130 Kilometern der neuen Koralmbahn verlaufen in Tunneln, 33 davon im Herzstück der Strecke, dem Koralmtunnel. An dem Tunnel und an der Strecke auf der steirischen Seite wird noch gebaut. Die neue Strecke hat mehr als 100 Brücken und 23 Bahnhöfe bzw. Haltestellen. Ende 2025 ist die Fertigstellung geplant, die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt soll bei schnellen Verbindungen 45 Minuten betragen.