APA - Austria Presse Agentur

Kardinal König Kunstpreis geht heuer an Nika Kupyrova

Der diesjährige Kardinal König Kunstpreis geht an die in Wien lebende Künstlerin Nika Kupyrova. Ausgezeichnet wird ihr Werk "Woman in Green" aus dem Vorjahr, das als Mixed-Media-Installation konzipiert ist, teilte der Kardinal König Kunstfonds am Montag mit. "Nika Kupyrova schafft inhaltlich und formal überzeugende, raumgreifende Installationen, in denen Fotografie, Skulptur und Video miteinander vernetzt sind", heißt es in der Begründung der Jury.

Die Arbeit besteht aus mehreren aus Stahlblech geformten, mittels Kletterseilen von Decke oder Wand abgehängten, frei im Raum schwebenden oder am Boden liegenden flachen Skulpturen sowie vier aus Beton und gebogenen, lackierten Stahlrohren bestehenden Objekten, vier gerahmten Farbfotografien und einer Videoinstallation. Inspiriert dazu wurde Kupyrova von Agatha Christies "The Hollow ("Das Eulenhaus"), das nicht nur Krimi, sondern auch eine feministische Untersuchung der klassischen Rollenbilder des beginnenden 19. Jahrhunderts ist. Kupyrova "hinterfragt dabei nicht nur stereotype Geschlechterrollen und -hierarchien, wie sie etwa die Filmindustrie vermittelt, sondern unterläuft auch konventionelle Wertehierarchien in Bezug auf die unterschiedlichen künstlerischen Medien", meinte die Jury.

Nika Kupyrova wurde 1985 in Kiew geboren und wuchs in Prag auf. Sie studierte Malerei und transdisziplinäre Kunst in Island, Edinburgh und Wien, wo sie seit 2010 lebt und seit 2016 an der Universität für Angewandte Kunst diplomierte. Seither ist sie kuratorisch in unterschiedlichen Galerien und Museen tätig. Atelierstipendien führten sie nach Deutschland, Tschechien, Zypern und nach Italien. In zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen ist sie seit 2010 europaweit vertreten.

Der Preis ist mit 11.000 Euro dotiert und wird am 27. November im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg verliehen. Der Festakt ist zugleich die Eröffnung der Ausstellung zum Preis, die bis 29. Jänner 2024 im Kunstraum St. Virgil läuft und Werke der zwanzig für den Preis nominierten Künstlerinnen und Künstler zeigt. Der Preis wird seit 2005 biennal vergeben. Erster Preisträger war Hans Schabus, zuletzt ging der Preis 2021 an Michèle Pagel.