Österreichische Kardiologische Jahrestagung 2024 in Salzburg

Kulturkalender für Salzburg
Expert:innen betonen die Bedeutung der Prävention und stellen innovative Behandlungsansätze vor.

Die Österreichischen Kardiologischen Jahrestagung fand vom 29. Mai bis 1. Juni statt, um über die neuesten Erkenntnisse und Präventionsstrategien bei Herzkreislauferkrankungen zu berichten. Unter dem Titel „Wenn das Herz aus dem Takt kommt – Herztod und Schlaganfall klopfen an?“ wurden von führenden Expert:innen aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungsansätze vorgestellt. 

Univ. Prof. Dr. Daniel Scherr, Präsident Elect der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), eröffnete die Konferenz mit alarmierenden Zahlen: Mehr als 380.000 Menschen werden jährlich in Österreich wegen Herzkreislauferkrankungen hospitalisiert. Diese Erkrankungen sind für mehr Todesfälle verantwortlich als Krebs, mit etwa 34 % der Todesfälle (circa 90.000 im Jahr 2022) auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen.

Ein zentrales Thema war die Behandlung und Prävention von Herzrhythmusstörungen. Jährlich sind circa 120.000 Hospitalisierungen auf Herzrhythmusstörungen zurückzuführen, wobei Vorhofflimmern die häufigste Störung darstellt. Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko und ist bei über 80-Jährigen besonders verbreitet. Auch Kammerrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen, wurden thematisiert. Jährlich sterben 10.000-12.000 Österreicher:innen an plötzlichem Herztod, oft ohne vorherige Symptome. 

Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner, zukünftiger Präsident der EHRA (Europäische Gesellschaft für Herzrhythmusstörungen), betonte die Wichtigkeit des regelmäßigen Pulsmessens. Ein unregelmäßiger Puls kann auf Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern hinweisen, welches das Schlaganfallrisiko um das Fünffache erhöht. Die ÖKG beteiligt sich an der europaweiten Infokampagne #Pulsday, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler stellte neue Leitlinien und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten vor. Neben herkömmlichen Blutverdünnern wie Vitamin K Antagonisten sind neuartige orale Blutverdünner (NOAKs) der aktuelle Goldstandard. Zusätzlich wurden innovative Techniken wie der minimaloperative Vorhofohrverschluss und die Puls Field Ablation vorgestellt, die effektive Behandlungsansätze bieten.

Dr. in Dagmar Burkart-Küttner betonte die Bedeutung der Prävention und Sensibilisierung. Regelmäßige medizinische Check-ups und ein gesunder Lebensstil sind entscheidend. Erste-Hilfe-Maßnahmen und die Verfügbarkeit von Defibrillatoren spielen eine zentrale Rolle. Moderne Defibrillatorgeräte, die mittels KI-gestützter Systeme arbeiten, wurden ebenfalls thematisiert. 

Die Österreichische Kardiologische Jahrestagung 2024 in Salzburg bot eine Plattform für über 800 Expert:innen, um die neuesten Forschungsergebnisse und innovativen Behandlungsmethoden zu diskutieren.

Kommentare