APA - Austria Presse Agentur

Katrin Vohland neue Chefin des Naturhistorischen Museum Wien

Die 51-jährige Biologin Katrin Vohland vom Museum für Naturkunde Berlin wird ab 1. Juni wissenschaftliche Geschäftsführerin und damit Generaldirektorin des Naturhistorischen Museum (NHM) Wien. Das gab Kunststaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) am Freitag bekannt. Kaufmännischer Geschäftsführer wird Markus Roboch, bisher in dieser Funktion im Jüdischen Museum Wien tätig.

Vohland folgt mit Anfang Juni Christian Köberl nach, der das Haus seit 2010 geleitet hat. Die am 29. September 1968 in Hamburg geborene Wissenschafterin leitet seit 2014 am Museum für Naturkunde Berlin den Forschungsbereich "Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsforschung". Zuvor war sie unter anderem an der Universität Potsdam und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung tätig. Fachlich war sie in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich "Bürgerwissenschaften" (Citizen Science) und in der Biodiversitätsforschung aktiv. Von 2005 bis 2007 war sie Parteivorsitzende der Grünen im deutschen Bundesland Brandenburg. Im Vorjahr hat sie für die Landesliste der Grünen in Brandenburg kandidiert.

Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Lunacek. Köberl sei ein "renommierter Wissenschafter, der viel für das Museum geleistet hat". Sie habe sich dennoch für Vohland entschieden, "weil sie im Hearing vor der Kommission überzeugt hat und auch mich überzeugt hat. Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass sie die bessere für die nächsten Jahre ist", sagte Lunacek.

Dass Vohlands parteipolitischer Hintergrund bei den Grünen für ihre Entscheidung eine Rolle gespielt hat, wies Lunacek zurück. "Ich mache keine parteipolitischen Besetzungen", entscheidend sei für sie die Qualität. "Es kann aber auch nicht sein, dass ich jemanden, der mich überzeugt, nicht benenne, nur weil sie eine Grüne ist. Das hat mit Parteipolitik nichts zu tun."

Dass mit Johannes Vogel, Generaldirektor des Naturkundemuseums in Berlin, der Vorgesetzte von Vohland der Bestellungskommission angehört hat, hätte es unter ihrer Führung nicht gegeben, sagte Lunacek. Vogel habe sich aber bei der Entscheidung für befangen erklärt und nicht mitgestimmt.

Vohland bezeichnete das NHM als "besonderes Haus". Sie wolle die Forschung ausbauen und Ausstellungen anhand dessen konzipieren, was am Museum geforscht wird, den Wissenstransfer strategisch ausrichten, und überlegen, wie man Gruppen der Gesellschaft erreicht, die nicht jeden Tag ins Museum gehen und Wissenschaftsseiten lesen.

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