APA - Austria Presse Agentur

Kein Ersatz für abgesagtes "Hass-Triptychon"

Für die am Sonntag im Volkstheater sehr kurzfristig abgesagte dritte Festwochen-Vorstellung von Sibylle Bergs "Hass-Triptychon - Wege aus der Krise" wird es "aus vielerlei Gründen" keine Ersatzvorstellung geben. Das teilten die Wiener Festwochen der APA am Montag auf Nachfrage mit.

Erst 20 Minuten vor geplantem Vorstellungsbeginn sei gestern die Entscheidung seitens des Hauptdarstellers Benny Claessens gefallen, aufgrund des Versagens der Stimme nicht auftreten zu können. "Claessens spielt seine Rolle so selbstgefällig wie brillant. Sieht er anfangs noch aus wie ein dem Gully entstiegener Zauberkönig, gibt er alsbald eine queere Queen mit nackter Glitzerhaut, die den titelgebenden Hass lasziv vorantreibt", heißt es heute in der "Süddeutschen Zeitung" in einer Kritik der freitägigen Uraufführung durch Ersan Mondtag, die vorerst einem recht überschaubaren Zuschauerkreis vorbehalten bleibt. Am koproduzierenden Berliner Gorki Theater soll das "Hass-Triptychon" erst ab Mitte November auf dem Spielplan stehen.

Für den 4. Juni ändert das Volkstheater Wien allerdings "aus aktuellem Anlass" seinen Spielplan: Statt "Endstation Sehnsucht" zeigt man "Verteidigung der Demokratie", eine Politshow mit Musik von Christine Eder und Eva Jantschitsch, die sich mit dem Architekten der österreichischen Verfassung von 1918, Hans Kelsen, befasst. "Wir haben den Eindruck, das ist jetzt einfach nötig. Jeder sollte an seinem Platz, mit seinen Mitteln dazu beitragen, die Grundwerte unserer Gesellschaft zu verteidigen", wird Direktorin Anna Badora in einer Aussendung zitiert: "Für das eine oder andere ehemalige Regierungsmitglied empfehle ich den Besuch als politische Fortbildung."

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