Iran: Khamenei verurteilt Vergiftungen von Schülerinnen

Khamenei tritt für strenge Bestrafung der Täter ein
Im Iran hat das geistliche und staatliche Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei die jüngsten Vergiftungen von Schülerinnen als "unverzeihliche Verbrechen" bezeichnet.

Die Behörden müssten die Fälle ernsthaft verfolgen, sagte Khamenei laut Staatsmedien am Montag. "Die Täter sollten streng bestraft werden." Am Wochenende war es in mehreren Städten zu Protesten von Eltern gegen die mutmaßlichen Anschläge gekommen. 

Eine der Kundgebungen in Teheran entwickelte sich Videoaufnahmen zufolge zu einer regierungsfeindlichen Demonstration. Seit November war es zu ungeklärten Giftanschlägen auf mehr als 30 Schulen in weiten Teilen des Landes gekommen. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind Hunderte Mädchen erkrankt.

Einige Politiker hatten angedeutet, die Schülerinnen könnten Ziel religiöser Gruppen gewesen sein, die eine Schulbildung für Mädchen ablehnen. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi machte unlängst "ausländische Feinde" für die Anschläge verantwortlich. Raisi ließ offen, wen er damit meinte. Allerdings werden regelmäßig die USA und Israel als Feinde der Islamischen Republik bezeichnet. Die iranischen Machthaber sehen sich seit Monaten mit Anti-Regierungs-Protesten konfrontiert, die nach dem Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini begonnen hatten. Amini war Mitte September in Polizeigewahrsam gestorben. Zuvor war sie von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch falsch getragen haben soll. Auch Schülerinnen beteiligten sich an den Protesten.

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