APA - Austria Presse Agentur

Klimt-Museum am Attersee zugesperrt

Das Klimt-Museum in Schörfling am Attersee hat zugesperrt. Die Klimt-Foundation hat den im Vorjahr geschlossenen Mietvertrag vorzeitig gekündigt und bereits am 19. Oktober mit dem Ausräumen begonnen. Die Aktivitäten des Vereins Klimt am Attersee, "der sich dem Erhalt des Kulturguts 'Gustav Klimt' verschrieben hat" und das gleichnamige Café-Restaurant "Das Klimt" sind von der Schließung des Museums aber nicht betroffen, hieß es in einer Presseaussendung am Samstag.

Das knapp 200 Quadratmeter große Museum nahe dem Schloss Kammer und der Schlossallee wurde 2012 eröffnet. 2015 übernahm die Klimt-Foundation nach dem Klimtverein und dem Tourismusverband Attersee die wirtschaftliche und wissenschaftliche Leitung. Die gemeinnützige Privatstiftung wurde von Ursula Ucicky, Witwe des Klimt-Sohnes Gustav Ucicky, begründet. Das Sammlungsinventar der Klimt-Foundation umfasse Ölgemälde, Zeichnungen, Autografen und Fotografien von Gustav Klimt sowie Kunstwerke seiner Wegbegleiter. 2022 seien 7.500 Besucher im Museum am Attersee gewesen.

Die Präsentation wertvoller Klimt-Originale hätte sich als Herausforderung für den Standort erwiesen und hohe Investitionen etwa für eine Klimaanlage und der Erhöhung der Sicherheitsstandards notwendig gemacht. Die Foundation wollte den Museumsstandort kostenneutral zur Verfügung gestellt bekommen. Für die Deckung der Kosten erhielt die Foundation vom Tourismusverband, von den Gemeinden Schörfling und Seewalchen sowie vom Klimtverein und Tourismusverein finanzielle Unterstützung. Die Miete für das Objekt wäre vom Eigentümer reduziert und auch die Betriebskosten bezuschusst worden.

Nach eigenen Angaben haben die Betreiber aber jedes Jahr fünfstellige Beträge in die Hand nehmen müssen, um das Angebot abwechslungsreich und nach internationalen Museumsstandards aufrechtzuerhalten und die Rahmenbedingungen zu finanzieren. In einem Schreiben an regionale Beteiligte nannte die Klimt-Foundation diese Woche neben den budgetären auch den neu errichteten Zaun an der Schlossallee sowie andere infrastrukturelle Herausforderungen als Gründe für die Schließung des Museums.

Tourismuschefin Angelina Eggl sagte in der Aussendung, dass sich die Region sehr wohl bewusst sei, dass sie "die Verantwortung für Gustav Klimt am Attersee trägt, und sieht sich in der Pflicht, das Projekt weiter voranzutreiben". Alle Förderer in der Region seien sich einig, dass es weitergehe. In welcher Form dies geschehen werde, sei derzeit aber noch offen. Gustav Klimt verbrachte seine Sommerfrische zwischen 1900 und 1916 am Attersee und schuf zahlreiche von dieser Region inspirierte Meisterwerke.