APA - Austria Presse Agentur

Kreditvorsorgen in Coronakrise lasten auf Erste-Group-Bilanz

Einen massiven Einbruch des Nettogewinns im ersten Halbjahr 2020 um 60 Prozent, sogar um mehr als 80 Prozent allein im zweiten Quartal, hat am Freitag die Erste Group gemeldet.

Hauptsächlich lag das an höheren Wertberichtigungen und Kreditvorsorgen, auch Expertenprognosen der weiteren Folgen der anhaltenden Coronakrise flossen ein. Die Profite werden auch im Gesamtjahr 2020 rückläufig sein. Der größte (negative) Ergebnistreiber, sowohl im zweiten Quartal als auch im Halbjahr, war jedenfalls die Entwicklung der Risikokosten, schrieb der Vorstand an die Aktionäre. Zuletzt war die Quote an notleidenden Krediten weiter auf historisch niedrigem Niveau (2,4 Prozent), der seit 1. Jänner amtierende neue Bankchef Bernhard Spalt geht aber von einer Verschlechterung der Kreditqualität aus. Dementsprechend seien allein im zweiten Quartal signifikante Vorsorgen im Ausmaß von 613,7 Mio. gebildet worden.

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Es gab bis Ende Juni weiterhin starke Einlagenzuflüsse; die Kreditvolumina stiegen ebenfalls. Allerdings wirkten sich nach Angaben der Bank hier die staatlichen Maßnahmen, wie Kreditmoratorien und garantierte Kredite, volumenfördernd aus. Ohne diese habe sich das Kreditwachstum doch deutlich verlangsamt. Für das harte Kernkapital berichtete die Bank zur Jahresmitte einen Rekordstand von 14,2 Prozent.

Im ersten Halbjahr beschäftigte die Erste Group im Schnitt 47.590 (Vorjahr: 47.233) Mitarbeiter. Davon 16.285 (16.195) in Österreich. Die Mehrzahl ist in den Tochtergesellschaften in Zentral/Osteuropa tätig.

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