APA - Austria Presse Agentur

Landwirtschaftskammer kritisiert Billig-Butterimporte

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, kritisiert den Import von ausländischer Billigbutter. "Wir können jede Nachfrage bedienen, wenn sie bezahlt wird", sagte Moosbrugger zur APA. Der Preiskampf im Handel erfolge "auf dem Rücken der Bauern". Von der künftigen Regierung fordert der Bauernvertreter ein "Verramschungsverbot" bei Lebensmitteln.

Eine einzelne Supermarktkette wollte er konkret nicht kritisieren. Bei Butter liege der Eigenmarkenanteil im Lebensmitteleinzelhandel inklusive Hofer und Lidl bei 38 Prozent, verwies der Landwirtschaftskammer-Präsident auf Zahlen der Agrarmarkt Austria (AMA). Im ersten Halbjahr 2019 seien über 9.100 Tonnen Butter und Milchstreichfette importiert worden, im Vorjahreszeitraum waren es rund 8.500 Tonnen und im ersten Halbjahr 2017 waren es erst rund 7.800 Tonnen.

Der Großteil der Importbutter wandere in Eigenmarken des österreichischen Handels, so Moosbrugger. Der Import von ausländischer Butter für Handelseigenmarken finde aber "punktuell und nicht generell" statt.

Von der künftigen neuen Regierung fordert der Landwirtschaftskammer-Präsident, dass es Supermarktketten verboten wird, eingekaufte Waren unter dem Einstandspreis verkaufen zu dürfen. Auch müsse es bei verarbeiteten Lebensmitteln eine "klare Herkunftskennzeichnung" geben. Im Regierungsprogramm der vormaligen ÖVP-FPÖ-Regierung war eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Produkten für Milchprodukte, Fleisch und Eier vorgesehen, wenn diese mehr als 50 Prozent des Endproduktes ausmachen.

Für die heimischen Bauern würden die Auflagen in die Höhe geschraubt und gleichzeitig werde immer mehr Billigware aus dem Ausland importiert, kritisierte der Landwirtschaftskammer-Präsident. "Es geht darum, Wertschöpfung zu generieren, statt Lebensmittel in der Welt herumzukarren." Von den Lebensmittelketten wünscht sich Moosbrugger, dass den öffentlichen Statements auch Taten folgten. Da gebe es "eine Schieflage".

In Österreich haben viele Bauern mit der Milchproduktion in den vergangenen Jahren aufgehört. Die Anzahl der Milchbauern ist von rund 44.000 im Jahr 2008 um 40 Prozent auf 27.000 im Jahr 2018 gesunken. Der Erzeugermilchpreis hat sich nach der Liberalisierung des europäischen Milchmarktes - dem Ende der Milchproduktionsquoten - und der Milchpreiskrise 2015/16 wieder erholt. Für Milch aller Qualitäten erhielten die österreichischen Bauern im Jahresschnitt 2018 rund 37 Cent exklusive Umsatzsteuer, 2016 waren es nur 31 Cent. Für Bio-Heumilch erhielten die Landwirte zuletzt einen Zuschlag von 15 Cent.

Der Butterpreis am Weltmarkt ist im Herbst 2017 stark gestiegen und seitdem wieder etwas gesunken. Im Lebensmittelhandel sind die Preise für die Konsumenten aber noch nicht entsprechend zurückgegangen.

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