Laut Israel weitere UNRWA-Helfer an Hamas-Massaker beteiligt

"UNRWA ist tief in Terroraktivitäten verstrickt"
Israel hat weitere Vorwürfe gegen das UNO-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten UNRWA erhoben. Es gebe bedeutende Geheimdienstinformationen, wonach mehr als 30 Mitarbeiter des Hilfswerks am Hamas-Massaker in Israel beteiligt gewesen sein könnten, sagte Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant. Sie hätten etwa Geiselnahmen ermöglicht und israelische Gemeinden geplündert.

Zudem hätten 1.468 der insgesamt 13.000 UNRWA-Beschäftigten im Gazastreifen Verbindungen zur Hamas oder dem Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ), teilte Gallant weiter mit. Dies entspreche zwölf Prozent der Mitarbeiter vor Ort. Medien hatten zuvor berichten, dies treffe auf zehn Prozent der UNRWA-Beschäftigten im Gazastreifen zu.

Galant sagte weiter, dass 185 Mitarbeiter des UNO-Hilfswerks im militärischen Arm der Hamas und 51 im militärischen Arm des PIJ aktiv seien. "UNRWA ist tief in Terroraktivitäten verstrickt." Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Israels Verteidigungsminister gab am Freitag auch die Identität der zwölf UNRWA-Beschäftigten bekannt, denen Israel bereits zuvor vorgeworfen hatte, in den Terrorangriff am 7. Oktober in Israel verwickelt gewesen zu sein.

Mehrere westliche Länder stellten wegen der Anschuldigungen vorübergehend die Zahlungen an das Hilfswerk ein, darunter die beiden größten Geldgeber, die USA und Deutschland. UNO-Generalsekretär António Guterres versprach umfassende Aufklärung. Die Zusammenarbeit mit mehreren Angestellten sei beendet worden.

UNRWA kümmert sich bereits seit Jahrzehnten speziell um die Belange palästinensischer Flüchtlinge und betreibt unter anderem Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Insgesamt arbeiten mehr als 30.000 Menschen für die Organisation, etwa 13.000 allein im Gazastreifen. Dort gilt UNRWA für die humanitäre Versorgung von mehr als zwei Millionen Zivilisten, die unter den Folgen des Gazakrieges leiden, momentan als alternativlos.

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