APA - Austria Presse Agentur

Lockdown-Ende in Italien, Shops und Lokale öffnen

Italien unternimmt weitere entscheidende Normalisierungsschritte nach dem zweimonatigen Corona-Lockdown.

So nehmen Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus am Montag wieder die Tätigkeit auf. Die unsicheren Wirtschaftsperspektiven werfen jedoch einen dunklen Schatten auf das ersehnte Lockdown-Ende.

Ab Montag können Shops, Restaurants, Pizzerien und Cafes, Badeanstalten sowie personenbezogene Dienstleistungen wie Friseure und Schönheitssalons neu starten. Kellner und Küchenmitarbeiter müssen Atemschutz und Handschuhe tragen. Buffets sind nicht erlaubt. In den vergangenen zwei Wochen hatten Restaurants lediglich Take-away-Speisen anbieten dürfen.

Den Friseurbesuch muss man im Voraus buchen. Auf den Stränden muss ein Abstand von zehn Quadratmetern von einem Sonnenschirm zum anderen berücksichtigt werden. Strenge Desinfizierungsmaßnahmen werden ergriffen.

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Ab Montag können sich die Italiener innerhalb ihrer Heimatregion auch wieder ohne Beschränkungen bewegen. Sie dürfen jedoch noch nicht landesweit reisen. Versammlungen in der Öffentlichkeit sind weiterhin untersagt, der Mindestabstand von einem Meter zu anderen Menschen muss nach wie vor eingehalten werden. Partys dürfen nicht gefeiert werden. Mundschutz muss in geschlossenen Räumen und überall dort getragen werden, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann.

Ab Montag beginnen auch wieder Gottesdienste in Anwesenheit von Gläubigen. Ebenfalls geöffnet werden Museen und Bibliotheken, allerdings muss dabei der Abstand eingehalten werden. "Italien will neu starten. Wir müssen die Wirtschaft unseres Landes wieder auf die Beine bringen. Die epidemiologische Kurve ist ermutigend, die geleisteten Opfer zeigen die erhofften Resultate", sagte der italienische Premier Giuseppe Conte bei einer Pressekonferenz am Samstagabend.

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Weitere Lockerungsschritte folgen in den nächsten Tagen. Ab 25. Mai sollen Sportzentren und Schwimmhallen wieder öffnen. Ab 3. Juni können sich die Italiener im ganzen Land frei bewegen. Ausländer aus anderen EU-Ländern dürfen dann auch wieder nach Italien einreisen, ohne sich wie bisher einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen. "Damit kann der Tourismus neu starten", sagte Conte. Ab dem 15. Juni werden dann Theater, Kinos und Sommercamps für Kinder öffnen.

Die Italiener werden wegen der Krise den Gürtel enger schnallen müssen, was sich negativ auf den Konsum auswirkt. Laut einer Umfrage der Gesellschaft "Comin&Partners" werden 55 Prozent der Italiener in Restaurants und Pizzerien weniger häufig als früher speisen, sieben Prozent werden dies aus finanziellen Gründen nicht mehr tun. Lediglich 35 Prozent der Italiener werden mit der Häufigkeit wie vor der Coronakrise Restaurants besuchen.

Premier Conte erklärte, er sei sich der großen Probleme bewusst, mit denen viele Wirtschaftssektoren konfrontiert sind. "Wir sind uns im Klaren, dass mit dem Neustart viele Schwierigkeiten verbunden sind. Das 55 Milliarden schwere Hilfspaket, das die Regierung diese Woche verabschiedet hat, kann nicht die Lösung aller sozialen und wirtschaftlichen Probleme des Landes sein. Mit diesen Hilfsmaßnahmen haben wir jedoch die Weichen für den Neuaufbau unserer Zukunft gestellt", sagte Conte.

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