APA - Austria Presse Agentur

Lufthansa und Gewerkschaft streiten um Nebenjob-Regeln

Eine Debatte um Nebenjobs bei der AUA-Mutter Lufthansa belastet die derzeit ohnehin schwierige Beziehung zwischen der Airline und Vertretern der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Seit Jahresbeginn müssten alle Konzern-Beschäftigten außer Top-Managern ihre Nebentätigkeiten genehmigen lassen, erklärte die UFO am Freitag. Dazu zähle auch die Tätigkeit als "gewerkschaftlicher Funktionsträger".

Ein solch starker Eingriff in die Grundrechte der Mitarbeiter könne nur über eine Betriebsvereinbarung geschehen, so UFO. Ein UFO-Sprecher kritisierte das Vorgehen und kündigte rechtliche Schritte dagegen an.

Der "Spiegel" hatte zuerst darüber berichtet. Der Hamburger Arbeitsrechtler Matthias Jacobs von der Bucerius Law School sagte dem Nachrichtenmagazin, ein Angestellter könne nicht verpflichtet werden, seine Gewerkschaftszugehörigkeit offenzulegen. Auch dürfe der Arbeitgeber ihm nicht verwehren, sich dafür zu engagieren. Lufthansa erklärte, die Richtlinie sei im Grunde nur eine Zusammenfassung bestehender Regelungen. Der Konzern schätze und fördere das Engagement der Mitarbeiter in der Wahrnehmung und Ausübung von Ehrenämtern, hieß es. Das müsse aber angemeldet werden, wenn Beschäftigte diesen Tätigkeiten in der Arbeitszeit nachgingen.

Im Tarifstreit zum Kabinenpersonal zwischen Lufthansa und UFO wollen beide Seiten am 16. Jänner ihre Gespräche wieder aufnehmen. UFO hatte Ende Dezember zu einem dreitägigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings aufgerufen.

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