"Maddie"-Verdächtiger schweigt zu anderen Vorwürfen

Der Verdächtige schweigt vor Gericht
Im Prozess gegen den deutschen Verdächtigen im Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Madeleine "Maddie" McCann wegen anderer Taten ist am Freitag die Anklage verlesen worden. Christian B. werden drei Vergewaltigungen und zweifacher sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht im niedersächsischen Braunschweig in Deutschland sagte.

B.s Anwalt erklärte, dass der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch mache. Der Prozess hatte vor einer Woche begonnen. Die Verhandlung wurde damals aber noch vor Verlesung der Anklage wegen eines Befangenheitsantrags der Verteidigung gegen eine Schöffin unterbrochen. Dem Antrag gab das Gericht inzwischen statt, die Schöffin wurde ausgetauscht.

Der 47 Jahre alte B. muss sich in dem Braunschweiger Verfahren wegen Sexualdelikten verantworten, die er zwischen 2000 und 2017 an fünf Frauen und Mädchen in Portugal begangen haben soll. Diese Vorwürfe stehen nicht im Zusammenhang mit dem Fall Maddie.

Derzeit sitzt der Angeklagte wegen Vergewaltigung in einem anderen Fall bereits in Strafhaft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig betrachtet B. auch als Mordverdächtigen im Fall der aus einem Ferienappartement in Portugal verschwundenen Maddie. Anklage erhob sie deshalb bisher nicht.

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