APA - Austria Presse Agentur

Massive regionale Unterschiede bei Impfungen in Gemeinden

Bei der Corona-Schutzimpfung gibt es massive regionale Unterschiede. Das zeigen der APA vorliegende Zahlen des Gesundheitsministeriums.

Demnach sind in mehreren burgenländischen Gemeinden bereits drei Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner zumindest einmal geimpft. In Kärnten, Oberösterreich und Tirol gibt es dagegen einzelne Gemeinden, wo nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung den ersten Stich erhalten hat.

Tendenziell niedriger ist die Durchimpfung den Zahlen zufolge in einigen Gemeinden im Inn- und Mühlviertel, in Teilen des Waldviertels sowie rund um Liezen, in Oberkärnten, Osttirol sowie und in einigen Gemeinde im Flach- und Tennengau. Tendenziell höher ist die Impfbereitschaft demnach in Niederösterreich, im Burgenland und der östlichen Obersteiermark. In Wien gibt es starke regionale Unterschiede mit höherer Impfdisziplin in wohlhabenderen Stadtvierteln und niedrigeren Impfraten in Arbeiter- und Ausländerbezirken wie Favoriten, Simmering und Rudolfsheim-Fünfhaus.

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Auf Länderebene liegt das Burgenland bei der Durchimpfungsrate deutlich vorne. Mehr als sechs von zehn Einwohnern sind hier zumindest einmal geimpft (63,1 Prozent), die Hälfte der Bevölkerung ist voll immunisiert. Dieser Vorsprung ist auch in den Gemeindedaten deutlich sichtbar: von den zehn Gemeinden mit der höchsten Durchimpfung liegen neun im Burgenland. Ganz an der Spitze liegt Großmürbisch mit fast 76 Prozent vor Kleinmürbisch mit 75 Prozent (beide Bezirk Güssing). Auch Tadten (Bezirk Neusiedl) hält bei 75 Prozent Geimpften (alle Daten Stand 11. Juli). Laab im Walde (Bezirk Mödling) schafft es derzeit als einzige niederösterreichische Gemeinde in die Top 10. Hier sind 73 Prozent der Bevölkerung geimpft. Auch sonst liegt Niederösterreich gut: in der Hälfte der Gemeinden sind sechs von zehn Einwohnerinnen und Einwohnern geimpft.

Am anderen Ende der Skala liegen fünf Gemeinden mit weniger als einem Drittel Durchimpfung. Dazu zählen die Kleingemeinde Spiss im Tiroler Bezirk Landeck (28,3 Prozent), Stall und Mörtschach im Kärntner Mölltal (29,3 bzw. 32,8 Prozent) sowie Auerbach und Höhnhart im oberösterreichischen Innviertel (29,5 bzw. 32,6 Prozent).

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Große Unterschiede gibt es auch in Wien: Während in vergleichsweise wohlhabenden Bezirken innerhalb des Gürtels sowie in Hietzing und Währing sechs von zehn Einwohnern geimpft sind, sind es in Favoriten (45 Prozent) und in der Brigittenau, in Simmering sowie in Rudolfsheim-Fünfhaus (47 Prozent) sowie in Meidling (49 Prozent) weniger als die Hälfte.

Eine durchgehender Erklärung für die starken regionalen Unterschiede hat das Gesundheitsministerium nicht. Ein Sprecher verwies darauf, dass die Impfung in die Zuständigkeit der Länder falle. Verwiesen wird allerdings darauf, dass es in einigen kleineren Gemeinden lokale Cluster gegeben habe, die das Bewusstsein für die Impfung geschärft haben könnten. So habe es etwa in Spitz an der Donau (73 Prozent Durchimpfung) eine wissenschaftliche Begleitung gegeben, was die Aufmerksamkeit geschärft haben könne.