APA - Austria Presse Agentur

Matthias Gruber erhält Rauriser Literaturpreis 2024

Der Rauriser Literaturpreis geht dieses Jahr nach Salzburg. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält der Autor Matthias Gruber für sein Romandebüt "Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art". Den Förderpreis bekommt die Salzburger Autorin Luka Leben für ihren Text "Nachts nur das Rauschen". Das gab der für Kultur ressortzuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) am Dienstag bei einem Pressegespräch bekannt.

Grubers Buch werfe "einen neuen Blick auf das Leben und was es sein kann", heißt es in der Begründung der Jury. Er mache "in vielfach gelungenen Szenen und Episoden darauf aufmerksam, wie brüchig und rutschig unser Verhältnis von Identität, wie zerbrechlich unser Begriff von Menschsein überhaupt ist". Gruber wurde 1984 in Wien geboren, er lebt mit seiner Familie in Salzburg, wo er die Salzburger Stadt-Magazine "fraeuleinflora.at" und "QWANT" mitbegründet hat. Nach der Prosasammlung "Das Meer vor dem Fenster" (2018) ist 2023 im Verlag Jung und Jung mit "Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art" sein erster Roman erschienen.

Die Förderpreisträgerin Luka Leben thematisiert in ihrem Text das Leben mit einem Kleinkind, das von einer sprachlich-motorischen Einschränkung betroffen ist. "Wir lesen ein sensibles und dennoch immer nüchternes und exaktes Protokoll des Alltags in einer herausfordernden Situation, die trotz väterlichen Einsatzes stärker auf den Schultern und auch der Psyche der weiblichen Protagonistin zu lasten scheint", begründete die Jury: "Hier schreibt jemand, der die Sprache der Literatur außerordentlich gewandt in den Dienst eines überzeugenden Anliegens zu stellen versteht, ohne es auf eine plumpe 'Botschaft' zu reduzieren." Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Beide Preisträger würden mit ihren Werken gut zum heurigen Thema "Geschichten zum Zusammenleben" passen, sagte Intendant Manfred Mittermayer, der gemeinsam mit Intendantin Ines Schütz das Programm vorstellte. Die Rauriser Literaturtage finden von 4. bis 7. April statt. Mit "Geschichten vom Zusammenleben" greife man eine zentrale Herausforderung unserer Zeit auf. Die durch Covid-19 notwendige Distanz habe unser Leben radikal verändert. Kriege zeigten, wie rasch Vernichtung und Tod Einzug halten können. Hass und Abwertung würden das gesellschaftliche Zusammenleben bedrohen. "Unser Zusammenleben ist nicht so stabil, wie wir dachten", meinte Mittermayer. All das spiegle sich auch in der Literatur wider. Fragen des Miteinanders stünden im Zentrum jener Bücher, die bei den Literaturtagen vorgestellt werden.

Zu den Autoren, die heuer nach Rauris kommen und aus ihren aktuellen Werken lesen, gehören unter anderem Margit Schreiner, Laura Freudenthaler, Tonio Schachinger, David Schalko oder Renate Welsh. Beim Lyrikschwerpunkt werden Jose F. A. Oliver, Anja Utler und Jan Wagner lesen. Für den Schwerpunkt Spoken Word haben Mittermayer und Schütz die Poetry-Slamer Elif Duygu und Timo Brunke sowie den Schriftsteller und Performer Robert Prosser eingeladen. Gespräche über Literatur, die Präsentation des im Landesstudio Salzburg entstandenen Österreich-Bildes "Rauris erlesen. Fünf Jahrzehnte Rauriser Literaturtage", eine Ausstellung der deutschen Fotokünstlerin Katharina Mayer sowie die traditionelle Schreibwerkstatt ergänzen das Programm der 53. Literaturtage in Rauris.

(S E R V I C E - 53. Rauriser Literaturtage "Geschichten vom Zusammenleben" 3. bis 7. April 2024, www.rauriser-literaturtage.at)