APA - Austria Presse Agentur

Meischberger widerspricht seinem ehemaligen Finanzberater

Im Grasser-Prozess steht am Mittwoch den zweiten Verhandlungstag in Folge ein ehemaliger Finanzberater des mitangeklagten Ex-FPÖ-Generalsekretärs Walter Meischberger im Zeugenstand. Richterin Marion Hohenecker befragte den Berater Christoph W. unter anderem zu der Selbstanzeige seines Klienten bei den Finanzbehörden im Herbst 2009, weil dieser die Buwog-Provision nicht versteuert hatte.

Dabei kam es zu einem Widerspruch zwischen Meischberger und W. bezüglich einer brisanten Aktennotiz, in der von "Untreue" und "Steuerhinterziehung" die Rede ist. W. hatte die Niederschrift nach eigenen Angaben bei einem Telefonat kurz nach der Information über die Selbstanzeige angefertigt. W. vermutete heute am 121. Verhandlungstag im Wiener Straflandesgericht, dass er das Telefonat mit Meischberger geführt hatte. Dieser verneinte umgehend.

Der mitangeklagte Rechtsvertreter Meischbergers, Gerald Toifl, verneinte von sich aus ein diesbezügliches Gespräch mit Zeugen W. - der wiederum klarstellte, auch nicht mit dem mitangeklagten Ex-Lobbyisten Peter Hochegger damals telefoniert zu haben. Hochegger konnte dazu nicht befragt werden, er befindet sich nach einer Operation derzeit auf Reha.

Schon zuvor hatte Richterin Hohenhecker am Vormittag einen Widerspruch herausgearbeitet. So habe Meischberger bei seinen Aussagen zu Geldgeschäften immer wieder auf W. verwiesen, denn er wolle sich "mit dem Papierkram nicht auseinandersetzen", so die Richterin. W. wiederum sagte schon am Dienstag aus, dass sein Klient selbstständig bei Geldgeschäften vorging. Dieser Widerspruch blieb erneut offen.

Von der Selbstanzeige hat W. laut seiner Aussage bei einem Besuch bei der Dornbirner Messe im September 2009 erfahren. "Was haben sie sich damals gedacht", wollte Hohenecker am Mittwoch wissen. Antwort W.: "Scheiße." Damals habe er erstmals gehört, dass das veranlagte Geld von Meischberger nicht aus Immobiliendeals in Osteuropa stammte, wie dieser behauptet haben soll, sondern von Provisionen bei der Privatisierung der Buwog.