L'amour toujours: Mikl-Leitner will "Selbstzensur überdenken"

Landeshauptfrau verweist auf verunsicherte Organisatoren
Nach dem Vorfall rund um rassistische Gesänge auf der deutschen Insel Sylt und auch in Niederösterreich und dem Verbot vielerorts, das Lied "L'amour toujours" von Gigi D'Agostino zu spielen, appelliert Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die "gut gemeinte Selbstzensur zu überdenken".

Der Song sei "völlig harmlos" und generell könne jedes Lied "von besonders dummen Menschen missbraucht werden", erklärte sie am Sonntag gegenüber der APA und der "Krone".

Mikl-Leitner verwies auf die vielen Sommerfeste derzeit und die verunsicherten Organisatoren. Das Lied mache vielen Menschen Spaß: "Niemand ist jetzt plötzlich ein schlechter Mensch, weil er dieses Lied spielt oder dazu tanzt. Das muss sich wirklich niemand einreden lassen", meinte Mikl-Leitner. Dass es missbraucht wurde, sei "verabscheuungswürdig: "Und das muss man diese Menschen auch spüren lassen. Da geht es aber vor allem einmal um Zivilcourage gegenüber solchen Leuten."

Es nun auf Festen und im Radio zu verbieten, hält sie für einen Fehler, denn gleichzeitig würden auf den Straßen "antisemitische Parolen skandiert und von manchen ein Kalifat gefordert". Verbote könnten schnell nach hinten losgehen, fürchtet die Landeshauptfrau, dass weitere harmlose Lieder missbraucht werden: "Am Ende bestimmen damit die Dummen, welche Lieder noch gespielt werden dürfen und welche nicht. Und diese Macht sollten wir ihnen nicht geben."

Kommentare